RStudio verschreibt sich der Gemeinnützigkeit

Das Unternehmen hinter den R-Programmierwerkzeugen firmiert künftig als Public Benefit Corporation.

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(Bild: RStudio)

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Aus dem Unternehmen RStudio, Inc. wird ab sofort RStudio, PBC. Als Public Benefit Corporation will der Anbieter von quelloffenen R-Programmierwerkzeugen künftig ein besseres Gleichgewicht zwischen den finanziellen Interessen von Investoren und Aktionären einerseits sowie Anwendern, Mitarbeitern und der Community auf der anderen Seite schaffen, wie CEO J.J. Allaire nun im Rahmen der alljährlichen rstudio::conf öffentlich bekannt gab.

Angelehnt an die Programmiersprache R entwickelt RStudio Tools und Open-Source-Software primär für die Anwendungsbereiche Data Science, wissenschaftliche Forschung und technische Kommunikation. Darüber hinaus tragen die RStudio-Entwickler maßgeblich zu über 250 Open-Source-Projekten bei – darunter beispielsweise Tidyverse, Shiny und Apache Arrow. Wie viele dem Open-Source-Gedanken verpflichtete Unternehmen sieht sich aber auch RStudio mit der Herausforderung konfrontiert, auf Basis von quelloffener und damit frei verfügbarer Software, dauerhaft ein kommerziell tragfähiges Geschäftsmodell zu betreiben.

Während verschiedene Anbieter von Open-Source-Datenbanken ihr Heil in neuen Lizenzmodellen suchen, schließt sich RStudio der B-Corp-Bewegung an, die auf eine Initiative von Jay Coen Gilbert und Bart Houlahan (Gründer des Basketballschuhherstellers AND 1) sowie Andrew Kassoy (ehemaliger Private Equity Investor an der Wall Street) zurückgeht. Die Non-Profit-Organisation B Lab widmet sich seither der Zertifizierung von Unternehmen als B-Corporation. Das Engagement zielt darauf ab, dem weit verbreiteten, auf Gewinnmaximierung ausgerichteten Primat der Investoren und Aktionäre eine eher dem Gemeinwohl gewidmete, aber dennoch kommerziell ausgerichtete Unternehmensführung entgegenzusetzen.

Unternehmen, die sich als Public Benefit Corporation registrieren, verschreiben sich der Verpflichtung, " ... öffentlichen Nutzen zu erzeugen und auf verantwortungsvolle und nachhaltige Weise zu arbeiten". Zu diesem Zweck muss eine solche als gemeinnützig anerkannte Körperschaft so geführt werden, dass ein Gleichgewicht zwischen den finanziellen Interessen der Aktionäre, den besten Interessen derer, die durch das Verhalten der Körperschaft materiell betroffen sind, und dem öffentlichen Nutzen oder den öffentlichen Vorteilen, die in der Gründungsurkunde oder im Gründungsdokument angegeben sind, hergestellt wird.

Für die Unternehmensführung von RStudio steht daher künftig im Vordergrund, Wissenschaft und den Einsatz von Wissen für alle unabhängig von wirtschaftlichen Mitteln zu fördern. Dazu will RStudio sein Open-Source-Engagement konsequent weiter nutzen, um die Integrität und Wirksamkeit wissenschaftlicher Arbeit zu gewährleisten und reproduzierbare Forschung zu erleichtern. Die Fortschritte dieser Bemühungen wird RStudio künftig im Rahmen eines jährlichen Unternehmensreports dokumentieren und veröffentlichen. (map)