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Red Hat, IBM und Co. starten Enterprise-Java-Teilmenge für Microservice-, Cloud- und Container-Anwendungen

Noch hat MicroProfile eher den Charakter eines Community-Forums, doch schon bald wollen Unternehmen wie Red Hat, IBM, Payara und Tomitribe vorgefertigte Softwarepakete bereitstellen.

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Red Hat, IBM und Co. starten Enterprise-Java-Teilmenge für Microservice-, Cloud- und Container-Anwendungen

Auf der DevNation-Konferenz in San Francisco wurde eine Initiative vorgestellt, deren Ziel die Komposition gewisser Java-EE-Techniken (Java Enterprise Edition) speziell für die Entwicklung von Microservice-, Cloud- und Container-Anwendungen ist. An dem MicroProfile genannten Projekt sind Red Hat, IBM, Payara und Tomitribe, allesamt Hersteller von Java-Anwendungsservern, sowie die Londoner Java-Community involviert.

Ankündigung des neuen Java-EE-Profils

Microservices sind seit einiger Zeit in aller Munde. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass jeder Service für sich genommen lediglich einen kleinen, in sich mehr oder minder geschlossenen Teil der Anwendung abbildet. Die durch ein Team umzusetzende Fachlichkeit ist dadurch in der Regel leicht zu verstehen und zu beherrschen. Im Idealfall ist ein Microservice unabhängig erweiterbar, austauschbar und skalierbar. Richtig umgesetzt funktioniert die Anwendung auch noch dann, wenn ein Service nicht verfügbar ist. Anwendungscontainer können bei der Entwicklung von Microservices eine zentrale Rolle spielen.

Dieses neue Architekturparadigma mit Java-EE-Techniken zu unterstützen, ist Ziel der MicroProfile-Initiative, die den derzeit den Status eines Forum hat, über das Java-Entwickler ihre Wünsche für so ein Java-EE-Subset einbringen können. Geplant sind offenbar derzeit schon die Techniken CDI (Contexts and Dependency Injection), JAX-RS (Java API for RESTful Web Services) und JSON-P (JavaScript Object Notation with Padding). Die Hinzunahme von Bean Validation 2.0 wird außerdem erwogen.

Schon bald, genauer gesagt im September, wollen die unterschiedlichen Anbieter MicroProfiles unterstützende Dockerfiles bereitstellen. Auch ist geplant, das Java-EE-Subset als offizielle Java-EE-Spezifikation einzureichen.

Oracle als Statthalter der Java-Entwicklung vermisst man bei der Initiative, so wie sich das Unternehmen derzeit allgemein äußerst bedeckt zur weiteren Java-Entwicklung hält. Da außerdem der Fokus des Konzerns ganz stark auf der Cloud zu liegen scheint, weshalb etliche Entwickler aus der Java-Entwicklung abgezogen wurden und wiederum andere das Weite gesucht haben, sieht es ganz danach aus, dass die schon einmal verschobenen Versionen von Java EE und Java SE nicht wie geplant Anfang 2017 fertig werden. Deswegen ist das neue Projekt auch als Signal zu werten, dass die Java-Community zukünftig auch unabhängig von Oracle den Takt vorgeben könnte. (ane)