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SAP reitet die Google-Welle

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Die SAP-eigene Entwickler-Community diskutiert bereits seit Längerem darüber. Auf den TechEd-Veranstaltungen in Phoenix und Wien kamen Interessierte in den Genuss einer Demo von Gravity. Hinter dem Namen verbirgt sich der Protoyp eines auf Kollaboration ausgelegten Prozessmodellierungs-Tools, der in Labors von SAP Research im australischen Brisbane entwickelt wird. Das Tool ist als ein JavaScript Gadget in Googles Kommunikations- und Kollaborationsdienst Wave realisiert. Die komplette Arbeit aller Teilnehmer wird somit als "Welle" – letztlich eine Kombination aus E-Mail, Chatprogramm, Wiki und Blog – erfasst.

Anhand eines fiktiven Beispiels, dem Zusammenschluss einer Bank und einer Versicherung, wurde demonstriert, wie die betroffenen Anwender beider Firmen gemeinsam neue (Vertriebs-)Abläufe für die künftige Organisation entwerfen – und das nahezu in Echtzeit. Für alle Modellierer ist das Modell in jedem Entwicklungsstadium sichtbar. Unterschiedliche Farbkodierungen geben sofort Aufschluss, welche Person welchen Teil des Systems bearbeitet. Die Entstehungsgeschichte des Modells ist nicht nur vollständig dokumentiert. Sie lässt sich auch per Replay-Funktion "zurückspulen".

Zu guter Letzt checkt ein "Robot" das Modell auf korrekte Syntax, um im Anschluss ein BPMN-2.0-XML-Modell für den Export bereitzustellen. Die Weiterverarbeitung kann dann in "professionellen" BPM-Tools wie SAP NetWeaver BPM (Galaxy) erfolgen. Gravity ist (noch) kein offizielles SAP-Produkt. Gleichwohl gibt der Prototyp einen Eindruck davon, welchen Nutzen Konzepte wie die Wave-Plattform einschließlich des offenen Protokolls im Unternehmenseinsatz stiften können. Bis zum realen Einsatz muss das Google-Tool allerdings noch einige "unternehmenskonforme" Eigenschaften (etwa differenzierte Rechtezuordnung, aktuell darf jeder "Waver" alles) erhalten, um tatsächlich in die Geschäftswelt überzuschwappen. (Achim Born) (ane)