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SAP schließt sich OpenJDK an

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SAP ist dem OpenJDK-Projekt zur Entwicklung eines Java auf Open-Source-Basis beigetreten. Das geht aus einer Ankündigung einer Mailing-Liste des OpenJDK hervor, in der Volker Simonis stellvertretend für das JVM-Team (Java Virtual Machine) bei SAP schreibt, dass der Konzern Oracles Contributor Agreement (OCA) unterschrieben habe, welches mit dem OpenJDK einhergeht. SAPs JVM-Entwickler können nun in den unterschiedlichen Mailing-Listen zum Open-Source-Java mitdiskutieren sowie Patches und Erweiterungen für das Projekt einreichen.

Das OpenJDK strebt eine Implementierung der Java Standard Edition (Java SE) auf Open-Source-Basis an. Hinter der Entwicklung standen lange Zeit vor allem Entwickler von Sun und nach der Übernahme des Unternehmens Oracles Java-Ingenieure. Im letzten Herbst bekamen sie Verstärkung durch IBM und Apple, als beide beschlossen, ihre eigenen Java-Entwicklungen zugunsten des OpenJDK aufzugeben. Darüber hinaus werkeln schon seit 2007 Entwickler von Red Hat am OpenJDK mit. Kürzlich hat Oracle bekannt gegeben, dass das OpenJDK 7 die Referenzimplementierung für Java 7 werden soll. Deren Erscheinen ist für den 28. Juli angekündigt.

SAP sei ein langjähriger Lizenznehmer von früher Suns und nun Oracles JDK (Java Development Kit), das die Walldorfer nach allen von SAP unterstützten Plattformen portiert hätten, hebt Simonis SAPs Kontinuität bei Java in der Ankündigung hervor. Der Einstieg kommt nur insofern überraschend, dass SAP im November 2009 deutlich Stellung gegenüber Suns Java-Strategie, an der Oracle nur geringfügig etwas geändert hat, bezogen hatte. SAPs Technik-Chef Vishal Sikka hatte damals Suns Dominanz im JCP kritisiert und mehr Freiheit für Java gefordert.

Dass Deutschlands größter Softwarehersteller seine Beteiligung an der Entwicklung von Open-Source-Software ernstnimmt, verdeutlicht zum Beispiel SAPs Engagement in der Eclipse Foundation, wo der Konzern in den letzten Jahren an vielen wichtigen neuen Eclipse-Projekten mitwirkt, zahlreiche eigene in die Open-Source-Organisation eingebracht hat und bei zentralen, derzeit die Foundation beschäftigenden Fragen wie Long-Term Support entscheidend mitspricht. (ane)