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SOA Innovation Lab will Komplexität von SOA reduzieren

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Die Unternehmensinitiative SOA Innovation Lab hat anlässlich der Tagung SOA Days in Bonn erste Ergebnisse vorgestellt. Die derzeit 13 Mitgliedsunternehmen entwickelten ein Reifegradmodell und eine Roadmap für die Einführung von serviceorientierten Architekturen (SOA). Die methodische Basis für die branchenübergreifende Zusammenarbeit bietet ein einheitliches und detailliertes Begriffsmodell, das auf praktischen Erfahrungen beruht.

Johannes Helbig, CIO der Deutschen Post und Initiator des als Verein organisierten Unternehmensnetzwerks erklärt dies damit, "dass die CIOs verschiedener Unternehmen mit ein und demselben Begriff etwas ganz anderes assoziierten. Um eine gemeinsame Zielsetzung zu entwickeln, war es uns daher wichtig, eine gemeinsame Sprache zu entwickeln." Das werde die Zusammenarbeit in künftigen Projekten erheblich erleichtern. Bislang mussten Unternehmen, so Helbig, mehrere Monate darauf verwenden, mit Partnern oder Beratungsunternehmen gemeinsame SOA-Begrifflichkeiten zu entwickeln.

Für die Qualifizierung ihrer Teams können die Mitgliedsunternehmen zudem auf ein Trainingscurriculum zugreifen, das das technische und methodische Wissen der Anwenderfirmen im SOA Innovation Lab vermittelt. Zwei von vier zielgruppenspezifischen Modulen sind bereits fertiggestellt und in Pilotschulungen erfolgreich erprobt. Auf dem Markt sind die Module "SOA Einführung" und "Business SOA" nicht erhältlich, sind aber von den Mitgliedsunternehmen kostenlos zu nutzen. Die Ergebnisse werden außerdem über Vorträge der Öffentlichkeit vorgestellt. Wilfried Reimann, Senior Manager für Enterprise Architecture der Daimler AG betont: "Die Unternehmen können auf diese Weise untereinander nicht nur Wissen, sondern auch Kosten teilen." Dies sei das Argument, das die Controller im eigenen Unternehmen letztlich von dem Engagement überzeugt habe.

In diesem Jahr will sich die Initiative vor allem mit den Themen "Virtualisierung", "Security" und "Standardsoftware" beschäftigen. Im Bereich "Security" sollen unter wissenschaftlicher Beteiligung neue Risiken erkannt sowie neue Best-Practice-Cases erfasst werden. "Es ist besser, wenn die Hersteller nicht raten müssen, was die Anwender wollen", erklärt Helbig. Beim Thema Standardsoftware möchte die Initiative herausfinden, wie Unternehmen in der Praxis mit der Integration "monolithischer Standardsoftware" umgehen. Ziel ist, den Herstellern zu vermitteln, welche Module von den Anwendern gefragt sind. Das Selbstverständnis der Initiative formuliert Helbig so: "Uns ist die Praxisorientierung wichtig. Wir wollen nicht der Herstelleragenda oder dem Wissenschaftsinteresse folgen."

Über die gute Zusammenarbeit, in der die Unternehmen nicht nur bei Arbeitstreffen, sondern auch bei gegenseitigen Firmenbesuchen ihre eigenen Praxiserfahrungen offen auf den Tisch legen, zeigen sich die Mitglieder "positiv überrascht". Reimann resümiert: "Es hat sich gezeigt: Wer viel gibt, kriegt viel zurück." Diese Erfahrung hätten bereits verschiedene Netzwerke im Engineering-Bereich der Automobilindustrie gemacht. Der Vorteil des SOA Innovation Lab bestehe darin, dass jeder über seinen Bereich hinweg seinen Horizont erweitern könne. Helbig ergänzt: "Wir konnten überraschend viele Gemeinsamkeiten entdecken und feststellen: Wenn Wissen geteilt wird, wird es mehr."

Zur Frage, ob SOA tot sei, erklärte Helbig: "SOA ist über den Hype hinweg und wird in den Unternehmen zur Selbstverständlichkeit. Die Grundaufgabe besteht darin, Komplexität in den Griff zu kriegen. SOA gehört damit heute zum Skill-Schatz des Managements." (Christiane Schulzki-Haddouti) (ane)