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Smart Home: openHAB 2.5 kennt Weihnachten und fährt im neuen Tesla

Das Smart-Home-System kann Wochenenden und Feiertage in Regeln einbeziehen. Außerdem bringt es zahlreiche Neuerungen bei den Apps, Skills und Bindings.

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(Bild: openHAB)

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Die openHAB-Community hat traditionell kurz vor Weihnachten ein frisches Release der quelloffenen Smart-Home-Plattform vorgelegt. openHAB 2.5 hat unter anderem einen weitgehend überarbeiteten Unterbau und bringt neue Bindings sowie Verbesserungen hinsichtlich der Apps für iOS und Android sowie der Skills für Amazon Alexa und den Google Assistant mit.

Die Änderungen unter der Haube sind der Grund für das ausgefallene Sommer-Release: Die Umstellung des Build-Systems war wohl deutlich aufwendiger als gedacht. Dank der Änderungen lässt sich openHAB nun geschmeidiger mit Entwicklungsumgebungen jenseits des Eclipse-Ökosystems verwenden, allen voran IntelliJ IDEA und Visual Studio Code. Außerdem ist die im Januar angekündigte Reintegration des Eclipse-Smart-Home-Codes in openHAB nun abgeschlossen.

Hinsichtlich der neuen Funktion ist vor allem die als Ephemeris Feature bezeichnete Funktion nennenswert, die ihren Namen dem gleichmäßigen Zeitmaß der Ephemeridenzeit verdankt. Ephemeris bietet unter anderem Informationen darüber, ob der aktuelle Tag am Wochenende liegt oder ein Feiertag ist. Damit lassen sich beispielsweise Heizungs- und Rolladensteuerungen sowie Wecker automatisch dem gemütlicheren Rhythmus an freien Tagen anpassen.

Grundlage sind die Definitionen in der Jollyday-Bibliothek. openHAB 2.5 kennt viele Feiertage für zahlreiche Regionen und lässt sich darüber hinaus um eigene Angaben erweitern. Die API bringt Funktionen wie isWeekend oder getNextBankHoliday. Wer sein Smart Home zum Adventskalender umgestalten möchte, kann über getDaysUntil(<holiday name>) die Tage bis Weihnachten – oder anderen Feiertagen – zählen.

Bei den Apps für Android und iOS gibt es ebenfalls einige Neuerungen, wobei gerade bei Apples Betriebssystem die wichtigste Anpassung für Endanwender unsichtbar ist: Die App ist nun vollständig in Swift statt Objective-C verfasst. Die iOS-App kann nun mjpeg verarbeiten und erlaubt die Authentifizierung über mTLS-Client-Zertifikate. Außerdem hat die Sitemap nun ein Suchfeld, und die App lässt sich im Dark Mode verwenden.

Die Android-App kann Widgets auf dem Startbildschirm ablegen und erlaubt den Dark Mode.

(Bild: openHAB)

Letzteres gilt auch für die aktualisierte Android-App. Außerdem können Entwickler für Googles mobiles Betriebssystem Widgets erstellen, die auf dem Home-Screen von Android erscheinen. Mit ihnen können die Nutzer den Zustand von Geräten schnell umschalten und erhalten so beispielsweise einen Schnellzugriff auf die Dimmerfunktion von LEDs.

Die Skills für Amazon und Google haben die jeweiligen Communitys ebenfalls überarbeitet. Erstere kennt nun Amazons Smart Home Skill API V3 mit nativen Steuerungsmethoden unter anderem für Audio- und Videogeräte sowie Sicherheitssystem sowie einer flexibleren API zum Anbinden beliebiger anderer Geräte. Auch die Google-Assistant-Schnittstelle bringt einige Verbesserungen und Refactorings mit.

Hinsichtlich der Bindings zum Anbinden von Endgeräten ist vor allem der Neuzugang für Shelly-Schalter erwähnenswert, mit denen sich Smart-Home-Steuerung mit und vor allem auch ohne Cloud-Anbindung über MQTT bewerkstelligen lässt. Das openHAB Tesla Binding lässt sich derweil auch mit den jüngsten Tesla-Modellen verwenden. Wahlweise dient dabei der Bildschirm im Auto als Steuerzentrale.

openHAB im Tesla

(Bild: openHAB)

Weitere Details zum jüngsten Release lassen sich dem openHAB-Blog entnehmen. Mit der Veröffentlichung starten die Arbeiten zu openHAB 3.0, eine Version 2.6 ist nicht geplant, aber der 2.x-Branch soll weiterhin Updates und Patches erhalten. openHAB 3 wird unter anderem die Nutzerschnittstelle vereinheitlichen und eine neue Engine zum Anlegen von Regeln mitbringen, die auf Python-basierte Skripte setzt. (rme)