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Softwarebranche kämpft mit Nachwuchssorgen

Über die Hälfte der deutschen Unternehmen sind laut einer Studie der Developer Week vom Fachkräftemangel betroffen. Viele müssen deswegen auf den Nachwuchs, der von den Universitäten kommt, setzen.

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Laut einer nicht repräsentativen Studie zu den Schlagwörtern Internet der Dinge, Big Data und Fachkräftemangel setzen 40 Prozent der deutschen Unternehmen infolge des Mangels an Fachkräften auf den von den Universitäten kommenden Nachwuchs, nur 9 Prozent hingegen holen sich Hilfe aus dem Ausland. Die Ergebnisse der der Redaktion vorliegenden Studie beruhen auf einer Umfrage der Organisatoren der Developer Week im März und April 2014 unter etwas mehr als 400 Softwareentwicklern.

Über die Hälfte der Unternehmen der befragten Softwareentwickler sind offenbar vom Fachkräftemangel betroffen. Bei 67,4 Prozent der Firmen seien Stellen in der IT beziehungsweise Entwicklung unbesetzt. Bei 55 Prozent der Befragten dauere es dann auch noch länger als drei Monate, eine offene IT-Stelle zu besetzen. Bei 48 Prozent der Unternehmen leidet anscheinend die Innovationskraft durch den Fachkräftemangel. Zwei Drittel gaben an, dass Aufträge nicht angenommen werden könnten, da Personal fehlte. 58 Prozent glauben, dass sich die Produktivität des Unternehmens mit ausreichend Entwicklern steigern ließe.

Die Rekrutierung aus dem Ausland beziehungsweise die Projektvergabe ins Ausland spiele im Kampf um den Fachkräftemangel eine geringe Rolle, heißt es weiter. Nur 11 Prozent der Softwareentwickler sagen, dass Aufgaben ins Ausland vergeben würden. Lediglich 9 Prozent begegnen wohl dem Fachkräftemangel, indem sie Entwickler aus dem Ausland nach Deutschland holen. Die Unternehmen setzten vielmehr auf die Zusammenarbeit mit Universitäten und die Ausbildung im eigenen Unternehmen. Über 40 Prozent betreuen laut der Erhebung Studenten oder bieten Universitätsprojekte. 32 Prozent bilden selbst aus.

Rund die Hälfte der Befragten arbeitet schon an IoT-Projekten (Internet of Things) oder hat ein ebensolches in Planung. Als größte Hürden machten sie den Umgang mit Sicherheitslücken (50,2 %) aus, gefolgt vom Daten- und Verbraucherschutz in Europa (46,7 %). Das größte Potenzial für das Internet der Dinge werde in der Automobilbranche, im Transport- und Verkehrsgewerbe sowie bei der Heimautomatisierung gesehen.

Gerne werden in letzter Zeit IoT und Big Data im Verbund betrachtet, so auch in der Developer-Week-Studie. 25 Prozent der Befragten sehen in Oracle das Unternehmen, das im Rennen ums Big-Data-Geschäft die Vorreiterrolle übernehmen werde – gefolgt von Microsoft (18,5 %) und IBM (14,7 %). Den drei genannten Anbietern relationaler Datenbanken zum Trotz sind lediglich 13 Prozent der Softwareentwickler der Meinung, dass die Gattung der relationalen Datenbanken den Kampf mit den kommenden Datenmengen aufnehmen könne. 22 Prozent der Befragten glauben, dass sich hingegen der Key‐Value Store bei den Datenbanken durchsetzen werde.

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