Sourcecode-Editor: Visual Studio Code 1.42 räumt die Workbench auf

Entwickler können die Zahl offener Editor-Tabs begrenzen und das Ausgabe-Panel anders anordnen.

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Microsoft hat Visual Studio Code 1.42 veröffentlicht. Der Sourcecode-Editor enthält im aktuellen Release vor allem Neuerungen, die für mehr Übersicht und eine verbesserte Performance durch eine aufgeräumte Workbench sorgen sollen.

Unter anderem lässt sich die Zahl offener Editor-Tabs begrenzen, und ein Fenster zeigt die zuletzt genutzten Editor-Instanzen an. Eine Vorschau hilft beim Rename Refactoring, und Java-Entwickler finden eine Call-Hierarchie und erweiterte Möglichkeiten, Breakpoints zu setzen.

Entwickler können durch Setzen der Konfigurationsvariable workbench.editor.limit.enabled die Zahl der offenen Editor-Instanzen auf den in der Variable workbench.editor.limit.value eingestellten Wert begrenzen. Visual Studio Code schließt beim Öffnen zusätzlicher Editor-Panels die am längsten nicht genutzte Instanz. Nicht gespeicherte Editor-Fenster schließt die Workbench grundsätzlich nicht, zählt sie aber mit.

Neu ist zudem die Option, das Standard-Output-Panel, das Ausgaben, das Terminal, Debug-Informationen und Probleme anzeigt, über die Befehle View: Move Panel Left beziehungsweise Right oder To Bottom links, rechts oder unten anzudocken. Der bisher verfügbare Befehl zum Umschalten der Position View: Toggle Panel Position entfällt damit.

Ein neues Fenster zeigt die zuletzt genutzten Editor-Instanzen analog zur MRU-Funktion (Most Recently Used) in Windows. Das Fenster lässt sich vollständig über die Tastatur mit konfigurierbaren Tastenkürzeln bedienen. Darüber hinaus bietet Visual Studio Code Funktionen wie workbench.action.openNextRecentlyUsedEditor, um ohne zusätzliches Fenster durch die zuletzt genutzten Panel zu navigieren.

Editor-Fenster ohne Titel, also ursprünglich frisch angelegte und noch nie gespeicherte Instanzen, nehmen nun den Inhalt der ersten Zeile in die Beschreibung, die im Tab-Reiter angezeigt wird auf, statt sich generischen Überschriften der Form Untitled-1 zu geben. Die Konfigurationsvariable files.defaultLanguage zum Setzen der Standard-Programmiersprache für neue Fenster kann neuerdings den Wert {activeEditorLanguage} erhalten, der dynamisch die Sprache dem Inhalt anpasst, statt sie auf einen festen Standardwert für eine Programmiersprache zu setzen.

VSC übernimmt die erste Zeile in den Tab-Reiter und erkennt den Inhalt dynamisch als Markdown.

(Bild: Microsoft)

Code Foldings, also eingeklappte Codeblöcke, sind neuerdings farbig hinterlegt, um sie beim Überfliegen des Sourcecodes schneller zu erkennen. Das Feature lässt sich über die Variable editor.foldingHighlight steuern und die Farbe über editor.foldBackground anpassen. Entwickler können zudem neuerdings mit Shift | Linksklick auf den Folding-Indikator nicht den gesamten Block wie beim regulären Klick, sondern den innersten, nicht gefalteten Block einklappen.

Beim Ändern der Namen von Elementen bietet Visual Studio Code 1.42 auf Wunsch beim Drücken von Shift | Enter eine Vorschau in einem Diff-Editor, der die alte und die neue Variante nebeneinander anzeigt und Unterschiede hervorhebt.

Entwickler können die Auswirkungen von Namensänderungen begutachten, bevor sie die Umbenennung durchführen.

(Bild: Microsoft)

Mit dem aktuellen Release können auch Java-Entwickler die allgemein in VS Code 1.38 eingeführten Data Breakpoints setzen, also Haltepunkte, die beim Ändern eines Wertes greifen. Außerdem bietet die Extension "Language Support for Java" neuerdings eine Call-Hierarchie, mit der Entwickler erkennen können, welche Aufrufe an die aktuelle Position im Code geführt haben.

Ein neuer Debugger für Node.js und Chrome befindet sich derzeit in Arbeit, ist aber noch nicht Teil des offiziellen Visual Studio Code 1.42. Interessierte erhalten ihn wahlweise über die Insider-Builds des Sourcecode-Editors oder als Preview-Erweiterung im VS Code Marketplace.

Weitere Neuerungen in Visual Studio Code, die unter anderem das Remote Development betreffen, finden sich in der Ankündigung der Veröffentlichung. Der Sourcecodeeditor ist über heise Download für diverse Betriebssysteme verfügbar. Der Quellcode liegt auf GitHub. (rme)