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Sourcecode-Editor: Visual Studio Code 1.36 verbessert die Übersicht

Die Statuszeile des Open-Source-Editors lässt sich nun individuell anpassen, und Baumstrukturen haben Hilfslinien zum Anzeigen der Einrückung.

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Microsoft hat im üblichen monatlichen Turnus Visual Studio Code 1.36 veröffentlicht. Das frische Release des Open-Source-Editors bringt einige Funktionen für eine verbesserte Übersicht. Auch im Debugger finden sich nennenswerte Neuerungen, mit denen Entwickler unter anderem Codezeilen anspringen und dabei Code überspringen können. Außerdem gibt es einige Ergänzungen bei den Extensions wie den Visual Studio Code Installer for Java.

Die Statuszeile des Sourcecodeeditors zeigt zahlreiche Informationen an, die nicht für alle Entwickler gleichermaßen relevant sind. Über ein Kontextmenü lässt sich nun einstellen, welche Informationen in der Statuszeile erscheinen und welche ausgeblendet werden. Da sich auch die Anzeige des Feedbacks damit steuern lässt, entfällt die Einstellung workbench.statusBar.feedback.visible in der Konfiguration.

Einzelne Elemente lass sich in der Liste aktivieren und deaktivieren oder direkt über "Hide" ausblenden.

(Bild: Microsoft)

Ebenfalls der besseren Übersicht geschuldet ist die Anzeige von Hilfslinien in Baumansichten wie dem File Explorer oder der Debug-Ansicht. Die sogenannten Tree Indent Guides lassen sich über die Einstellung workbench.tree.renderIndentGuides wahlweise immer (always), nie (none) oder beim Überfahren der Baumansicht mit der Maus (onHover) anzeigen. Letzteres ist die Standardeinstellung.

Beim Debuggen können Entwickler jetzt über ein Kontextmenü zum Befehl beim Cursor springen. Dabei setzt der Debugger die Ausführung an der gewählten Stelle fort und überspringt den Code zwischen dem aktuellen Breakpoint und der Cursorposition. Derzeit ist die Funktion nur für die C#-Extension verfügbar, aber weitere Debug-Erweiterungen sollen in Kürze nachziehen. Voraussetzung ist freilich, dass der jeweilige Debugger die Jump-to-Cursor-Funktion mitbringt.

Die neue Einstellung debug.console.wordWrap legt fest, ob Zeilen in der Debug-Konsole umbrochen erscheinen oder mit einer horizontalen Scrollbar ohne Umbrüche.

Zu den weiteren nennenswerten Neuerungen gehört, dass Visual Studio Code beim Ziehen von Ordnern auf den File Explorer nicht mehr automatisch einen Workspace mit dem Inhalt des Ordners öffnet, sondern die Nutzer fragt, ob sie den Ordner als Arbeitsbereich öffnen oder ihn kopieren möchten. Die Comments-API kann nun optional Reaktionen anderer Nutzer auf Kommentare anzeigen.

Reaktionen auf Kommentare lassen sich nun einbinden.

(Bild: Microsoft)

Außerdem ist die Auswahl der Standard-Shell für das Terminal-Fenster nun nicht nur unter Windows, sondern auch für macOS und Linux verfügbar. Für das Terminal lässt sich zudem über terminal.integrated.inheritEnv festlegen, ob es die Umgebungseinstellungen von Visual Studio Code übernimmt oder sich wie ein eigenständiges Terminalfenster verhält.

Bei den Erweiterungen für den Sourcecodeeditor gibt es ebenfalls einige Neuerungen. Den Installer für Java hatte Microsoft bereits Mitte Juni herausgegeben. Er installiert und konfiguriert neben Visual Studio Code auch das benötigte Java Development Kit (JDK) und die Java-Extension. Die Remote-Development-Extension, die im Mai ihre Premiere hatte, bringt ebenfalls einige Neuerung mit. Als Neuzugang unter den Extensions ist die Debugger-for-Chrome-Erweiterung nennenswert, mit der sich Webprojekte in einem separaten Chrome-Fenster debuggen lassen.

Bei den regelmäßigen Vorschlägen neuer APIs für Entwickler von Visual-Studio-Code-Extensions ist diesmal die neue Property vscode.workspace.fs erwähnenswert. Die API bietet Zugriff auf das Dateisystem über das Interface FileSystemProvider zum Lesen, Schreiben, Erstellen und Löschen von Dateien und Ordnern. Extension-Entwickler müssen zum Testen von APIs mit Proposed-Status die auf Early Adpoters zugeschnittene, (mindestens) täglich aktualisierte Variante Visual Studio Code Insiders verwenden. Sie können die entsprechenden Erweiterungen nicht veröffentlichen, da die APIs in der regulären Variante des Editors fehlen und sich noch ändern oder wieder entfallen können.

Weitere Details lassen sich der offiziellen Ankündigung zu Visual Studio Code 1.36 entnehmen. Binaries für Windows, macOS, Debian beziehungsweise Ubuntu sowie Red Hat, Fedora und SUSE sind auf der Downloadseite verfügbar. Der Quellcode liegt auf GitHub. (rme)