Sourceforge trommelt zum Neustart im frischen Gewand

Die Hosting-Plattform für Open-Source-Projekte möchte wieder Fuß fassen, nachdem die Einbindung von Adware ihren Ruf zerstört hatte. Die neuen Besitzer weisen im Blog auf die umfangreichen Änderungen seit der Übernahme 2016 hin.

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Sourceforge trommelt zum Neustart im frischen Gewand
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Zum Jahresstart möchte Sourceforge offensichtlich wieder durchstarten. Ein Blogbeitrag weist nicht nur auf die aktuelle neue Gestaltung der Seite hin, sondern auf die zahlreichen Änderungen der letzten zwei Jahre. Damals hatte das Webmedia-Unternehmen BizX die Plattform übernommen und einen Umbau begonnen, um mit zahlreichen Maßnahmen den seinerzeit zerstörten Ruf wieder herzustellen.

Die ursprünglich 1999 gegründete Hosting-Plattform war lange Zeit bei Entwicklern und Nutzern von Open-Source-Software äußerst beliebt. Erstere finden ein Source-Code-Repository und Methoden zum Bugtracking. Außerdem können sie Nutzer über Mailing-Listen erreichen. Sourceforge gehörte zu den ersten Plattformen, die Entwicklern von Open-Source-Projekten diese Dienste kostenfrei anbieten.

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Im Sommer 2013 führte die Plattform das DevShare-Programm ein: Entwickler konnten zustimmen, dass Adware Bestandteil der Installationsprogramme ihrer Projekte wird und sich den Erlös mit den Plattformbetreibern teilen. Die Macher des freien Grafikprogramms GIMP zogen im November 2013 ihre Software von der Plattform zurück, mit dem Verweis auf irreführende Download-Buttons mit Werbung und der Installation zusätzlicher Programme durch den Windows-Installer von Sourceforge.

Kurz nach der Übernahme im Januar 2016 zog BizX die Notbremse und trennte sich vom DevShare-Programm mit dem erklärten Ziel, den guten Ruf wiederherzustellen. In den vergangenen zwei Jahren folgten weitere Maßnahmen: Die Betreiber unterziehen jedes Projekt einem Malware-Scan, und die Site bietet HTTPS für die Projekt-Webseiten. Der jüngste Schritt ist das neue Aussehen der Site, die ihren Fokus nun wieder stärker auf die Entwickler hat. Statt "Find, create and publish" sind die Schlagworte nun "Create, collaborate and distribute".

Mit einem Import-Werkzeug für GitHub-Projekte möchte die Plattform offensichtlich auch diejenigen (zurück-)gewinnen, deren Projekte beim Wettbewerber liegen. Entwickler können weiterhin ihre Open-Source-Software kostenfrei verwalten, nachdem sie sich registriert haben. Abzuwarten bleibt, ob es den Betreibern gelingt, den Ruf wiederherzustellen, und ob sie mit Angeboten wie GitLab, GitHub oder Bitbucket konkurrieren können, die jeweils kostenfreie Angebote und inzwischen eine breite Werkzeugpalette haben. (rme)

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