Spiele-Engine Unity 5.5 hat HoloLens-Support und ein verbessertes Partikelsystem

Das Erstellen von Anwendungen für Microsofts HoloLens verlässt die Preview-Phase. Neben dem Partikelsystem haben die Macher auch den LineRenderer überarbeitet. Außerdem gibt es neue Werkzeuge für Designer und Entwickler.

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Unity 5.5 hat HoloLens-Support und ein verbessertes Partikelsystem
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Nach einer dreimonatigen Betaphase ist nun die Spiele-Engine Unity 5.5 erschienen. Ein wesentlicher Fokus liegt auf dem massiv überarbeiteten Partikelsystem. So soll das neue Lights-Modul für realistischere Effekte sorgen, indem ein Teil der Partikel als Lichtquelle dient und so die Umgebung beleuchtet. Das Noise-Modul ermöglicht unbeständige oder ruckartige Bewegungen der einzelnen Partikel und mit dem Trails-Modul hinterlassen sie Spuren. Ein neues Farbgradientensystem ermöglicht eine flexiblere Farbzuordnung, indem Designer den Partikeln bestimmte Farben in unterschiedlichen Gewichtungen zuweisen.

Das Noise-Modul vereinfacht das Erstellen unregelmäßiger Partkelbewegungen.

Unity 5.5 hat außerdem die Komponente zur Darstellung von Linien optimiert. Davon profitieren sowohl der Line Renderer, der eine Linie zwischen einer Reihe von Punkten erstellt, als auch der Trail Renderer, der Spuren hinter bewegten Objekten zeichnet.

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Auch im Bereich der Werkzeuge gibt es einige nennenswerte Neuerungen wie das Splash Screen Tool zum Erstellen von Startbildschirmen mit dem passenden Branding und Hintergrundanimationen. Noch experimentell ist ein Werkzeug namens Look Dev, mit dem Designer von Texturen und Modellen diverse Assets unter verschiedenen Lichtbedingungen als Hochkontrastbilder (HDR) betrachten und so die korrekte Darstellung überprüfen können.

Look Dev zeigt Modelle mit unterschiedlicher Beleuchtung als HDR-Bilder an. (Bild: Unity)

Unity lässt sich nun zusammen mit Visual Studio Code auf Windows und macOS verwenden. So können Entwickler in Microsofts Open-Source-Entwicklungsumgebung Skripte editieren und zusammen mit der Unity-Debugging-Erweiterung ihre Projekte in VS Code auf Fehler überprüfen. Unity Collaborate ist ein Werkzeug, mit dem Teams ihre Inhalte teilen und ihre Unity-Projekte synchronisieren können. Es ist mit dem Start von Unity 5.5 als offene Beta verfügbar.

Unity Collaborate soll die Zusammenarbeit in verteilten Teams vereinfachen. (Bild: Unity)

Microsofts HoloLens gehört nun zur breiten Palette der offiziell unterstützten Zielplattformen. Die entsprechende Komponente verlässt damit den Preview-Status. Passend dazu bietet der Unity Editor neuerdings eine Darstellungsform zur holographischen Emulation, mit der Entwickler ihren Code innerhalb von Unity ohne die Verwendung einer physischen HoloLens testen und debuggen können. Die im November angekündigte Anbindung an Facebook Gameroom ist erst für Unity 5.6 geplant.

Bei der Monetarisierung soll die neue Codeless-IAP-Funktion (In-App Purchasing) helfen, mit der Entwickler In-App-Einkäufe über die Oberfläche steuern, ohne die IAP-API [sic] von Unity verwenden zu müssen.

Weitere Neuerungen wie die Unterstützung von Mono 4.4 und WebGL 2.0 sowie der verbesserte CPU Usage Profiler finden sich im Blogbeitrag. Unity ist für den privaten Gebrauch ebenso kostenlos wie für kommerzielle Projekte von Firmen mit einem Jahresumsatz unter 100.000 US-Dollar. Die kostenpflichtigen Varianten unterscheiden sich nicht nur im maximal erlaubten Umsatz, sondern auch im Funktionsumfang. Die Store-Seite enthält weitere Informationen sowie den Link zum Herunterladen der Engine. (rme)

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