Spiele-Engine Unity erweitert die Integration von 360°-Videos

Panoramavideos lassen sich auf die Umgebung projizieren, um interaktive Welten für VR-Plattformen zu erstellen. Außerdem bringt Unity 2017.3 einige Performance-Optimierungen, sowohl beim Entwickeln als auch für die Laufzeit.

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Spiele-Engine Unity erweitert die Integration von 360°-Videos

Kurz vor Weihnachten haben die Macher der Spiele-Engine Unity das dritte und letzte Release des Jahres herausgegeben. Unity 2017.3 bringt zahlreiche Neuerungen in unterschiedlichen Bereichen, von denen die Macher vor allem die neue Integration für 360°- und 180°-Videos hervorheben. Die Engine bietet neben den üblichen Erweiterungen des Partikelsystems und der Lightmapper unter anderem Anbindung an weitere Plattformen, und die veralteten Systeme DirectX9 und Samsung Tizen sortieren die Macher mit Unity 2017.3 aus der Liste der unterstützten Plattformen aus.

Dafür lassen sich nun Spiele besser für die Xbox One X optimieren: Über Qualitätseinstellungen lässt sich festlegen, ob Spiele die verbesserte Leistung im Vergleich zur herkömmlichen XBox One für 4K-HDR-Rendering verwenden, die Framerate erhöhen oder die Grafik detaillierter darstellen. Für den Bereich Augmented Reality (AR) arbeitet die Engine mit der vor Kurzem veröffentlichten zweiten Preview von ARCore für Android zusammen. Mit der Anbindung an Vuforia 7 lassen sich Cross-Platform-Anwendungen für Augmented Reality erstellen.

Die neuen Panoramavideofunktionen zielen auf VR-Plattformen (Virtual Reality): Die 360°- beziehungsweise 180°-Videos lassen sich auf die Skybox projizieren, die als Wrapper für die gesamte Szene dient. Unity kann sowohl Videos in der Rektangularprojektion als auch im Cubemap-Layout darstellen. Das Unity-Team hat eine Dokumentation veröffentlicht, die Designern und Entwicklern die Funktionen zur Integration von 360°-Videos erklärt. Eine weitere Neuerungen für den VR-Bereich ist, dass Unity die Abfrage der technischen Informationen des verwendeten Endgeräts wie Seitenverhältnis und Bildwiederholrate ermöglicht.

Um die Compile-Zeit zu verbessern, können Entwickler nun die Assemblies ihrer Unity-Skripte selbst verwalten. Auf die Weise legen sie Abhängigkeiten fest, damit Unity bei Änderungen neben dem modifizierten Skript nur diejenigen neu kompiliert, die damit in Verbindung stehen. Das Vorgehen ist vergleichbar mit der Aufteilung von Projekten in voneinander unabhängige Libraries.

Entwickler können ihre Skripte in unabhängige Assemblies aufteilen. (Bild: Unity)

Ebenfalls der Optimierung dient der erweiterte Memory Profiler, den die Macher vor zwei Jahren als unabhängiges Open-Source-Projekt gestartet hatten. Er lässt sich nun neben IL2CPP, Unitys Umsetzung der Zwischensprache nach C++, auch mit Mono/.NET 2.0 verwenden, um Snapshots des Speichers innerhalb des Editors zu erstellen.

Das neue Transform Tool kombiniert die Möglichkeiten der Werkzeuge zum Bewegen, Rotieren und Skalieren. Es soll die separat vorhandenen Tools nicht ersetzen, sondern als schnelle Alternative dienen, wenn Designer mehrere Anpassungen vornehmen wollen. Dabei lässt sich einstellen, ob die Bewegungen relativ zur Szene (Global Gizmo), zum Objekt (Local Gizmo) oder zum Bildschirmbereich (Screen Space Gizmo) erfolgen.

Die Komprimierungs-Library Crunch kann im frischen Release wohl DXT-Texturen bis zu 2,5 mal so schnell komprimieren wie bisher und erzielt dabei eine um zehn Prozent verbesserte Kompressionsrate. Darüber hinaus kann sie die auf Android beziehungsweise iOS verwendeten Textur-Formate ETC_RGB4 und ETC2_RGBA8 verarbeiten. Neuerdings lassen sich zudem für die Plattformen PS4, XBox One und PC HDR-komprimierte Lightmaps im BC6H-Format verwenden.

Das Video fasst einige Neuerungen von Unity 2017.3 zusammen.

Entwicklerteams können nun Unity Teams verwenden, um Projekte gemeinsam zu bearbeiten. Neben dem kostenfreien Basisangebot existiert ein erweiterter Dienst, der ab 9 Dollar monatlich kostet. Die bisherigen Funktionen Collaborate und Cloud Build können Entwicklerteams in den kostenpflichtigen neuen Dienst überführen. Abonnenten von Unity Plus und Pro können Unity Teams Advanced ohne zusätzliche Kosten nutzen.

Weitere Neuerungen wie die jüngsten Ergänzungen zum Partikelsystem und die Erweiterungen zum Cinemachine-Kamerasystem lassen sich dem Unity-Blog entnehmen. Unity ist für den privaten Gebrauch, Einsteiger und Studenten kostenlos. Die Plus-Version kostet monatlich pro Entwickler 35 US-Dollar, die Pro-Variante 125 US-Dollar. Weitere Informationen finden sich auf der Store-Seite von Unity. (rme)