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Spiele-Engine Unreal Engine 4.7: Fit für Virtual Reality

Das laut Epic Games bisher größte Release der Spiele-Engine enthält nicht nur eine Beta zum Einsatz von Leap Motion, Nutzer können mit der Funktion "VR Preview" auch Entwicklungen für Oculus Rift per Klick auszuprobieren.

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(Bild: Epic Games )

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Das Entwicklerstudio Epic Games hat Version 4.7 seiner Unreal Engine freigegeben. Mit dem Release stehen Entwicklern nun der gesamte C++-Quellcode der Spiele-Engine und Debugging-Symbole zur Verfügung, sofern sie Unreal mit dem Launcher installieren. Die aktuelle Version dürfte vor allem Entwickler aus dem Bereich Virtual Reality interessieren, da man nach dem Update unter anderem über eine "VR Preview"-Schaltfläche in der Lage ist, mit einer angeschlossenen Oculus Rift VR-Sequenzen direkt anzusehen.

Einen weiteren Schritt in Richtung VR stellt auch das noch in der Beta-Phase befindliche Leap-Motion-Plug-in dar. Damit lässt sich auf die Technik zum Tracken der Hände in Spielen und ähnlichen Projekte zugreifen und beispielsweise zur Steuerung nutzen. Grafisch fällt wohl unter anderem ein realistischeres Modell zum Simulieren von Schatten in Laubwerk auf und auch die Simulation von Blättern in großen, offenen Umgebungen soll nun deutlich optimiert zur Verfügung stehen.

Einige der Neuerungen sorgen für ein intuitiveres Arbeiten, indem sich etwa Aktoren (Actors) direkt aus Komponenten zusammensetzen lassen, ohne dass man zuvor einen Blueprint für sie erstellen muss. Innerhalb des Animationswerkzeugs für Personen lassen sich Animationen nun zudem direkt bearbeiten. Will man auf physikalischen Prinzipien fußende Animationen einbauen, so gibt es die Möglichkeit, sie im Physics Editor direkt aufzunehmen und abzuspeichern.

Mehr Komfort bietet die nun hinzugefügte automatische Erkennungsfunktion für Assets: Im Content-Ordner eines Projekts gespeicherte Elemente wie Texturen, Audiodateien und Ähnliches importiert Unreal Engine nun ohne Zutun des Entwicklers. Werden sie von außen mit anderen Programmen aktualisiert, lädt die Engine sie nach. Zur Quellcodeverwaltung steht nun zudem ein Plug-in für Git in der Betaversion zur Verfügung. Es wurde von einem der Unreal-Community-Mitglieder entwickelt und ergänzt das bisherige Angebot, das unter anderem Subversion und Perforce umfasste.

Nutzer der Mac-Version sind mit Verion 4.7 in der Lage, die Unreal-Engine auch für die Entwicklung von Android-Anwendungen zu nutzen. Bis sie allerdings ihre Erzeugnisse auch nach HTML5 und WebGL exportieren können, dauert es noch bis zum nächsten Release. Diese Neuerung ist vorerst den unter Windows arbeitenden Entwicklern vorbehalten. Weitere Änderungen und zusätzliche Informationen sind in der Bekanntmachung zu finden.

Bereits Mitte Februar hatte Epic Games ein Programm zur finanziellen Unterstützung innovativer Projekte gestartet. Spieleentwickler, die mit der Engine Unreal arbeiten, sollen sich mit den sogenannten Unreal Dev Grants zwischen 5000 und 50.000 US-Dollar für Eigenentwicklungen sichern können, wobei wohl keine Bedingungen an das Geld geknüpft sind. (jul)