Spieleentwicklung: Godot 3.2 verspricht umfassende Verbesserungen

Das neue Long-Term-Support-Release der Spiele-Engine bietet neben zahlreichen Fehlerbereinigungen auch neue Funktionen.

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(Bild: Godot)

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Die Open-Source-Spiele-Engine Godot liegt nach gut zehn Monaten Entwicklungsarbeit als neues Major Release Godot 3.2 vor. Das Entwicklerteam hat sich vor allem auf Bugfixes und Verbesserungen im Detail konzentriert. Game-Developer finden aber auch eine Reihe neuer Funktionen in dem Update – darunter beispielsweise ein Git-Plug-in für den Editor sowie die Möglichkeit, nicht benötigte Editierfunktionen auszublenden, und die Mono/C#-Implementierung unterstützt nun auch Android sowie WebAssembly.

Seit der Anfang 2018 erschienenen Version 3.0 können Godot-Anwender der Mono/C#-Implementierung Projekte direkt im Editor ausführen. Mit Godot 3.1 kam die Option hinzu, Projekte auch für die Desktop-Betriebssysteme Linux, macOS und Windows zu exportieren. Das neueste Release der Spiele-Engine geht noch einen Schritt weiter und bietet Unterstützung für WebAssembly und das Mobile-OS Android. Support für iOS ist in Vorbereitung, ebenso wie die dafür erforderliche Ahead-of-time-Kompilierung (AOT). Letztere ist in Godot 3.2 zwar anfänglich umgesetzt, aber noch nicht freigeschaltet.

Unter den zahlreichen Verbesserungen des Editors sind unter anderen erwähnenswert die vorbereitenden Maßnahmen zur Unterstützung von Versionskontrollsystemen. Ein neues Git-Plug-in verschafft Godot-Anwendern direkt aus dem Editor heraus zumindest Zugriff auf Basisfunktionen von Git. Darüber hinaus stehen Entwicklern mehr Optionen zur Verfügung, ihre Arbeitsumgebung anzupassen. So lassen sich nicht benötigte Editierfunktionen nun bei Bedarf ausblenden.

Nennenswerte Fortschritte verzeichnen auch die AR- und VR-Fähigkeiten von Godot. Das ARKit für iOS wird nun offiziell unterstützt. Das Android-Pendant ARCore hingegen ist noch nicht vollständig implementiert, soll aber bereits funktionieren und in einem der nächsten Releases der 3.2.x-Serie folgen. VR-Enthusiasten dürften sich über das neue Oculus-mobile-VR-Plug-in freuen. Die Asset Library soll sukzessive auch um vorkompilierte VR-Plug-ins für die verschiedenen Headsets ergänzt werden.

Das Video zeigt einen von Holger Dammertz mit Godot für Oculus Quest erstellten Prototypen.

Mit Blick auf Godot 4.0 bereitet das Team eine neue Architektur vor, die auf einem Vulkan-basierten Rendering Backend aufsetzen wird, das die bisherige Implementierung mit OpenGL ES 3.0 / OpenGL 3.3 ersetzen soll. Das Backend mit OpenGL ES 2.0 / OpenGL 2.1 hingegen soll weitergeführt werden. Für das Entwicklerteam wie auch Godot-Anwender wird der Umstieg auf das 4.0-Release mit erhöhtem Migrationsaufwand verbunden sein. Daher, und weil voraussichtlich auch nicht alle Anwender gleich auf Godot 4.0 umsteigen werden, ist Version 3.2 als Long-Term-Support-Release ausgewiesen.

Einen vollständigen Überblick aller Neuerungen in Godot 3.2 liefern die ausführlichen Release Notes sowie das Changelog auf GitHub. Godot 3.2 steht als Open Source unter MIT-Lizenz frei zur Verfügung. Interessierte Entwickler finden die verschiedenen Versionen (Standard und Mono/C#) für Linux, macOS und Windows auf der Download-Seite. (map)