Squeak- und Croquet-Entwickler Andreas Raab gestorben

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Der gebürtige Rostocker Andreas Raab ist den Smalltalk-Entwicklern weltweit durch seine Bedeutung für die Projekte Squeak und Croquet bekannt. In beiden Systemen hat er eng mit dem Begründer der Objektorientierung Alan Kay zusammen gewirkt, für Croquet war er einer der Principal Architects. Seine Spuren finden sich heute in über 6000 Methoden in Squeak, und auch im aktuellen Pharo sind über 3000 Methoden mit seiner Signatur versehen.

Stets galt sein Streben sowohl der Verbesserung bestehender Systeme als auch der Erforschung neuer Wege. Das zeigt sich gerade im innovativen Charakter Croquets als weltweit verteiltes Netz virtueller Welten. Hier bewegt sich der Nutzer und Entwickler in Form eines Aktors in einer dreidimensionalen Welt über seine Rechnergrenzen hinweg und ist in der Lage, direkt mit anderen kollaborativ am Code zu arbeiten.

Raab galt unter den Smalltalk-Entwicklern der Welt als ein offener und stets hilfsbereiter Mensch, nicht nur brillant in seiner Liebe für Smalltalk. Sein offener Brief als Antwort auf den 11. September drückte hier nicht nur sein Mitgefühl für die betroffenen Menschen aus. Vielmehr bat er alle, sich nun verstärkt für eine Annäherung und ein besseres Kennenlernen der Kulturen auch mithilfe des Internets einzusetzen und so eine friedvolle Welt anzustreben.

Andreas Raab wurde am 14. Januar 2013 überraschend in Berlin in ein Krankenhaus eingewiesen und ist dort noch am gleichen Tag verstorben. Er hinterlässt seine Frau Kathleen Raab. Raab wurde nur 45 Jahre alt.

Zu Croquet und Smalltalk:

  • Mehr als ein Spiel; Croquet: Verteilte Benutzerwelten mit Smalltalk; iX 10/2005, S. 136
  • Partytime; Smalltalk -- zum aktuellen Stand der ersten objektorientierten Programmiersprache; iX 11/2005, S. 116