StackOverflow: Was deutsche Entwickler wirklich wollen

Alle Entwickler lieben Java, wichtig ist ihnen eine Work-Life-Balance und sie sitzen überall in Deutschland verstreut. Zu diesem Schluss kommt der Stack Overflow Entwicklerreport 2017 für Deutschland.

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Berlin

(Bild: dpa, Soeren Stache)

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Der aktuelle Stack Overflow Entwicklerreport 2017 geht den Fragen nach den genutzten Technologien und den Vorlieben der Entwickler auf den Grund. Außerdem untersucht Stack Overflow, welche Anstrengungen Arbeitgeber bei der Suche nach dem schwer zu findenden Nachwuchs in der IT-Branche unternehmen.

Die Daten entnimmt Stack Overflow Nutzerprofilen und den daraus erstellten Statistiken. Damit kommt die Seite zu dem Schluss, dass 4,53 Prozent des Traffics aus Deutschland stammen, was etwa 832.000 Entwicklern entspricht.

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(Bild: www.stackoverflowbusiness.com/)

Deutschland bietet Entwicklern eine große Diversität an Einsatzorten und -möglichkeiten, weswegen sich, laut Stack Overflow, fünf große Ballungsräume für IT-Entwickler manifestieren: Berlin (94.000 Entwickler), Großraum München (83.000 Entwickler), Großraum Frankfurt a.M. (62.000 Entwickler), Stuttgart & Karlsruhe (kombiniert 58.000 Entwickler) und Großraum Hamburg (47.000 Entwickler). Der fehlende Rest der Entwickler scheint, so Stack Overflow, sich gut zu verstecken.

(Bild: www.stackoverflowbusiness.com/)

Die Gruppe der Webentwickler (65,51 %) führt mit 520.000 Arbeitskräften alle anderen Entwicklertypen um mehr als das Fünffache an. An zweiter Stelle stehen die Systemadministratoren (12,06 %), gefolgt von den Database-Administratoren (7,08 %), den Embedded-Entwickler (6,50 %) und den Desktop Entwickler (4,29 %).

Die Diversität zeigt sich auch bei den Schwerpunkten mit denen sich Entwickler an den einzelnen Standorten beschäftigen. Der Umfrage nach arbeiten in der Startup-Szene Berlins eine überdurchschnittliche Anzahl von Entwicklern an mobilen Apps, ebenso in Frankfurt, wo viele Medien- und Finanzunternehmen sitzen. München und Stuttgart/Karlsruhe, geprägt von Unternehmen wie BMW, Porsche, ETAS, Siemens und EnBW, die die Digitalisierung der Automobil- und Energiebranche vorantreiben, haben eine höhere Konzentration von Embedded-Entwicklern. Überdurchschnittlich viele Machine-Learning-Spezialisten finden sich in München, was auf den Schwerpunkt Machine-Learning (ML) und Data Science der Universität, Siemens und BMW zurück zu führen ist.

Am liebsten nutzen deutsche Webentwickler Java und Python. Letztere ist in Berlin bei den Start-ups, neben Node.JS und Ruby-on-Rails, zum schnellen Implementieren und Bearbeiten der Anwendungen genauso beliebt wie in München und im Raum Stuttgart/Karlsruhe, wo die Ursache wohl der feste Platz der Datenwissenschaft sowie ML ist.

Eindeutiger ist das Bild bei den Softwareentwicklern: Java ist die Sprache der Wahl. Im Bereich E-Commerce nutzt man lieber PHP, so die Umfrage. Im Automobilbereich vereint Python mit 40 % die Mehrheit hinter sich, denn für ML und Datenwissenschaft ist sie besonders gut geeignet.

Beliebte Plattformen der Entwickler sind Linux Desktop (38,5 %), Windows Desktop (36,9 %) und Android (36,6 %)

(Bild: www.stackoverflowbusiness.com/)

Gefragt nach den Programmiersprachen, die Entwickler zukünftig gerne nutzen möchten, geben, der Umfrage nach, 41,3 % JavaScript an, es folgen Python mit 32,7 % und Java mit 31,4 %.

Der deutsche Entwicklernachwuchs, so die Umfrage, möchte vom zukünftigen Unternehmen aber mehr als nur die „richtige“ Programmiersprache. Wichtig sind ihm eine ausgeglichene Work-Life-Balance. Darin sind sich übrigens Junioren und Senioren einig. Die Studie beschreibt Entwickler mit weniger als vier Jahren Erfahrung als Junioren, mit mehr als 20 Jahren Erfahrung gelten sie als Senioren. Anders sieht es beim Thema Fortbildung aus, das, verständlicherweise, eher den Nachwuchs (48 %) umtreibt als die Senioren (31 %). Wichtig für die Senioren (21 %) ist hingegen ein Einzelbüro, darauf können die Jungen (9 %) noch verzichten.

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In vielen Bereichen haben die Arbeitgeber die Wünsche der Belegschaft schon gehört und orientieren sich daran, so die Umfrage, viele Unternehmen werben bereits mit flexiblen Arbeitszeiten (62,14 %). Große Differenzen zwischen den Wünschen der Arbeitnehmer und den Vorstellungen der Arbeitsgeber gibt es jedoch bei Fragen nach der Möglichkeit des Home Office und weiteren Work-Life-Balance-Faktoren, auch das Thema Weiterbildung sollten Arbeitgeber gerade bei der Suche nach Nachwuchs mehr priorisieren.

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Die Umfrage zeigt auch, dass Entwickler untereinander vor allem Fähigkeiten wie Kommunikation, Eigeninitiative und Fachkenntnisse schätzen. In der Entwicklerbranche kennt man Quereinsteiger und, zumindest unter Kollegen, scheinen Abschlüsse und Ausbildungen nicht das Maß der Dinge zu sein.

Zu Arbeitsplätzen und Stellenangeboten in der IT-Branche siehe auch den Stellenmarkt auf heise online:

(kkr)
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