Standard Markdown in CommonMark umbenannt

Nachdem Markdown-Vater John Gruber sich verärgert über den Namen der neuen Standardisierungsanstrengungen der Auszeichnungssprache gezeigt hatte, versuchen die Initiatoren mit Entschuldigung und neuem Namen weiterzumachen.

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In einem Blogeintrag hat Jeff Atwood, einer der Köpfe hinter dem Anfang September vorgestellten Standard-Markdown-Projekt, sich offiziell bei John Gruber für die ungeschickte Namenswahl der Initiative entschuldigt und deren Umbenennung bekanntgegeben. Nachdem sich Gruber auf Twitter offiziell über das Projekt, dass ein eindeutiges Markdown zum Ziel hat, empört hatte, stellte er wohl per E-Mail einige Forderungen, denen Atwood mit dem Text nachkommen wollte. Gleichzeitig versuchte er, die Vorgeschichte des Projekts ein wenig genauer zu schildern.

Gruber verlangte von den Betreibern des Projekts, dessen Namen zu ändern, die Domäne standardmarkdown.com abzuschalten und keine Weiterleitung auf eine neue Präsenz einzuschalten und sich zu entschuldigen. Als neuen Namen schlug er Strict Markdown oder Pedantic Markdown vor, wobei er wohl in einer späteren E-Mail allerdings verlauten ließ, dass er keine Variante mit Markdown im Namen akzeptieren könne. Das angedachte Common Markdown stellte daher schnell keine Option mehr dar, sodass sich die Arbeit der Initiative nun unter CommonMark finden lässt.

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Man habe den Namen nicht gewählt, um Gruber oder irgendjemand anderen wütend zu machen, schrieb Atwood in seiner offiziellen Entschuldigung. Ziel sei es lediglich gewesen, einen Namen zu finden, der das Ziel der Projektmitglieder repräsentieren könne. Dabei war man von Standard Flavored Markdown ausgegangen, da Gruber in einem Podcast keine namentlichen Bedenken bei Githubs "Github Flavored Markdown" angemeldet hatte. Das "flavored" war dann einer Vereinheitlichung verschiedener Texte zum Opfer gefallen. Da man keinerlei Rückmeldung von Gruber erhalten hatte, war man davon ausgegangen, dass es entweder in Ordnung oder sowieso egal war – zum Teil auch, weil sich Gruber zu Beginn der Arbeiten nicht auf E-Mail-Anfragen geagiert hatte. Der neue Name solle nun anzeigen, dass man in der Gruppe keinerlei besitzanzeigende Ansprüche auf Markdown geltend machen wolle, sondern lediglich eine weitere Version erzeugen.

Aus der Community gab es unterschiedliche Reaktionen: Viele begrüßten die Bemühungen der CommonMark-Initiative, andere sahen es hingegen als Angriff auf Grubers Schöpfung und unterstellten Atwood unlautere Motive, da dies nicht sein erster Versuch in der Richtung sei. Als Unterstützer trat unter anderem Dave Winer auf, der beispielsweise durch seine Arbeit an RSS bekannt ist. Er schlug Gruber vor, sich einem Markdown 2.0 zu widmen, sollte ihm an der Auszeichnungssprache gelegen sein. Er habe mit RSS vor ähnlichen Problemen wie Gruber mit Markdown gestanden und sein Engagement hätte alle Debatten verstummen lassen. Es sei außerdem wichtig, Nutzern eine Möglichkeit zu geben, sich durch kreative Ideen an Markdowns Erfolg zu beteiligen – beispielsweise habe RSS Feeds, GitHub Repositories und WordPress Plug-ins die dem förderlich seien. (jul)

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