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Stanford University startet Institute for Human Centered AI

Das von Fei-Fei Li und John Etchemendy geleitete Institut stellt den Menschen in den Mittelpunkt der KI-Forschung.

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Stanford University startet Institute for Human Centered AI

Die Computerwissenschaftlerin und Professorin Fei-Fei Li hat zusammen mit dem Philosophen und Mathematiker John Etchemendy an der Stanford University das neue Institute for Human Centered AI (HAI) gegründet. Li hat sich in den letzten Jahren im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) als Wissenschaftlerin und Rednerin einen ausgezeichneten Ruf geschaffen.

Machine Learning (ML) und KI sind freilich in Stanford kein Neuland, aber das Institut will passend zum Namen den Menschen in den Mittelpunkt der Forschung stellen. Dabei setzt es vor allem auf interdisziplinäre Forschung. Es bezieht bewusst Geisteswissenschaftler mit ein. Gleichzeitig will es keine universitäre Insel sein, sondern beteiligt unter anderem Politik und Industrie.

Ein Blogbeitrag der beiden Direktoren zur Eröffnung des Instituts erklärt als Ziel, dass "Stanford HAI ein interdisziplinärer, globaler Hub wird für KI-Lernende, -Forscher, -Entwickler, -Gestalter und -Nutzer aus Hochschulen, Regierung und Industrie so wie für Führungskräfte und Entscheidungsträger, die den Einfluss und das Potenzial von KI verstehen und mitgestalten wollen."

Die Idee des Instituts geht bereits ins Jahr 2016 zurück, als Li und Etchemendy Nachbarn wurden und ins Gespräch kamen. Li störte bereits damals, dass die Menschen, die die Zukunft gestalten, fast ausschließlich aus den Bereichen Mathematik sowie Computer- und Ingenieurswissenschaften stammen, während Historiker, Philosophen oder Verhaltensforscher quasi keine Rolle spielten. Auch der Mangel an Frauen und unterrepräsentierten Gruppen störte Li: "Die Art, wie wir Technik lehren und fördern, inspiriert nicht genügend Leute. So viel zu der Diskussion darüber dass KI spitz auf Ingenieurwesen und Algorithmen fokussiert ist".

John Etchemendy und Fei-Fei Li

(Bild: Stanford University)

Li und Etchemendy sehen KI sowohl als Chance als auch Risiko: Es könnte beim Erschließen von sauberem Wasser, dem Verbessern von Ausbildungen und dem Reduzieren von Armut helfen. Umgekehrt könnte KI jedoch auch bestehende Probleme wie Einkommensungerechtigkeit und systemische Vorurteile verschärfen.

In der Zeit nach den ersten gemeinsamen Gedanken haben die beiden Wissenschaftlern mit zahlreichen Kollegen an der Stanford University über die Idee der auf den Menschen zentrierten KI-Forschung gesprochen und sind dabei wohl auf Interesse und Zustimmung gestoßen. So konkretisierten sich in den knapp drei Jahren vom Gespräch der beiden am Gartenzaun zur Gründung des Instituts die Ideen.

Am 18. März öffnete das Institute for Human Centered AI offiziell seine Tore. Bereits im Vorfeld haben die Leiter etwa 50 HAI-geförderte Forschungsprojekte angestoßen, die unter anderem die legalen und regulatorischen Auswirkungen einer von KI durchdrungenen Welt untersuchen oder herauszufinden versuchen, wie die Verbreitung von KI in der Gesellschaft das Vertrauen stört.

Promotion-Video des Stanford HAI. (Quelle: Stanford)

Dass die Forschung zu ML und KI über den Tellerrand schauen muss, haben inzwischen zahlreiche Unternehmen und Gruppen erkannt. Unter anderem hatte im Februar die Organisation OpenAI angekündigt, Sozialwissenschaftler in die Forschung einzubeziehen. (rme)