State of DevOps 2018: Möglichkeiten der Cloud werden nur unzureichend genutzt

Organisationen mit sinnvoller Cloud-Nutzung sind aller Wahrscheinlichkeit nach unter den performanteren und erfolgreicheren Unternehmen zu finden.

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State of DevOps 2018: Möglichkeiten der Cloud werden nur unzureichend genutzt

Bereits zum fünften Mal veröffentlichen die Berater und Analysten von DORA (DevOps Research & Assessment) ihren jährlichen Statusbericht zum Thema DevOps. Für die Studie "Accelerate: State of DevOps 2018: Strategies for a New Economy" haben die bekannten Autoren Jez Humble, Gene Kim und Nicole Forsgren Google als großen Förderer gewonnen. Denn der Report ist über eine Sonderseite der Google Cloud zu beziehen. Die Partnerschaft hatten beide Parteien bereits im März dieses Jahres bekanntgegeben. Weitere Sponsoren der Erhebung sind Amazon Web Services, CA Technologies, CloudBees, Datical, Deloitte, Electric Cloud, GitLab, IT Revolution, Microsoft, PagerDuty, Pivotal, Redgate, Sumo Logic, Tricentis und XebiaLabs.

Die neue Ausgabe scheint die offenbar bislang aufwendigste Studie der Autoren zu sein. Sie kommen zu der nicht überraschenden Erkenntnis, dass eine höhere Leistung bei der Bereitstellung von Software zu besseren Geschäftsergebnissen führe. Spannender wird es durch die Identifizierung der technischen Praktiken, die für eine höhere Leistung sorgen. Hier geht es um Trends wie Monitoring, Continuous Testing, die frühere Berücksichtigung von Sicherheit und Datenbank-Change-Management.

Der Einsatz von Cloud-Infrastruktur war ein Schwerpunkt der diesjährigen Untersuchung. Es geht den Autoren jedoch hier nicht allein um die Intensität der Nutzung, sondern auch darum, wie Teams ihre Cloud-Infrastruktur genutzt haben. Nicht wenige investieren wohl viel Zeit und Geld in die Implementierung von Cloud-Techniken, nutzen aber dann ihre Möglichkeiten nicht voll aus: Beispielsweise verschieben Organisationen bestehende Systeme in die Cloud und stellen dann ein Ticketing-System vor die Cloud-API. Sowohl bei den Nutzern als auch bei den Entwicklungsteams gibt es in der Folge keine sichtbare Verbesserung ihrer täglichen Arbeit zu beobachten.

NIST, das National Institute of Standards and Technology, listet fünf wesentliche Merkmale einer Cloud auf: On-Demand Self Service, standardbasierter Netzzugriff von verschiedenen Endgeräten aus, Ressourcen-Pooling, schnelle Elastizität und Measured Service. Die Studienherausgeber fanden heraus, dass nur 22 Prozent der rund 1900 Befragten diese Merkmale bei ihrer Cloud-Nutzung erfüllten. Diejenigen jedoch, die alle fünf Merkmale wahrnehmen würden, waren mit einer 23-fachen Wahrscheinlichkeit unter der Elite der untersuchten Unternehmen zu finden. Ein weiteres Ergebnis war, dass Anwender Cloud-nativer Architekturen 1,8-mal häufiger in der Elite-Gruppe vertreten waren.

Organisationen, die DevOps einsetzen, sind offenbar in der Lage, Änderungen 46-mal häufiger zu veröffentlichen. Außerdem weisen sie wohl eine Änderungsfehlerrate (Change Failure Rate) auf, die 7-mal niedriger ist als die in konventioneller Softwareentwicklung, und sie können sich von sogenannten Breaking Changes über 2600-mal schneller erholen. Entscheidend ist, dass die Durchlaufzeit von den Änderungen bis zum Deployment in den leistungsstärksten Unternehmen in weniger als einer Stunde zu erreichen sein soll, bei leistungsschwachen Unternehmen dauert das zwischen einem und sechs Monaten.

Die Datenbankentwicklung ist eine neue Komponente des "State of DevOps". Die Bereitstellung von Änderungen an der Datenbank sei oft der Engpass in der Softwareentwicklung und verlangsame die Veröffentlichung. Um dies zu beheben, untersuchte der Bericht, welche Datenbankpraktiken bei der Implementierung von Continuous Delivery helfen. Die Ergebnisse zeigten, dass Continuous-Delivery-Teams, die Versionskontrolle für Datenbankänderungen nutzen und sie genauso verwalten wie Änderungen an der Anwendung. Es zeigte sich auch, dass die Integration der Datenbankentwicklung in die Softwarebereitstellung einen positiven Beitrag zur Performance leiste. Änderungen in der Datenbank verlangsamten nicht länger die Prozesse oder verursachen Probleme bei der Bereitstellung.

Weitere wichtige Punkte des Reports listet ein Blog-Beitrag von Melody Meckfessel, Vice President, Engineering der Google Cloud. Jez Humble, einer der Begründer des Terminus "Continuous Delivery", stellt in der Ankündigung seine Highlights heraus. Den 78-seitigen Report steht gegen Angabe mehrerer personenbezogener Daten zum Download. (ane)