Studie: COBOL-Anwendungen werden eher modernisiert als ausgetauscht

Die mehr 60 Jahre alte Programmiersprache gilt immer noch als risikoarm und effektiv, weshalb Anwender eine Modernisierung ihrer COBOL-Anwendungen bevorzugen.

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(Bild: whiteMocca/Shutterstock.com)

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Micro Focus hat erste Ergebnisse einer weltweit durchgeführten Umfrage zum heutigen Einsatz der Programmiersprache COBOL bekannt gegeben. Beauftragt wurden damit die Marktforscher von Vanson Bourne, die Software-Ingenieure, Entwickler, Entwicklungsmanager und IT-Führungskräfte aus 40 Ländern befragt haben. Die nicht repräsentative Studie stellt auch einen Bezug zu einer früheren Erhebung von 2017 her. Es zeigt sich, dass Unternehmen ihre COBOL-Anwendungen eher modernisieren, als sie auszutauschen, da die Programmiersprache wohl immer noch als risikoarm und effektiv angesehen wird.

Auch heute noch befindet sich Code der vor über sechzig Jahren initiierten Common Business Oriented Language in etlichen betriebswirtschaftlichen Anwendungen. Dass COBOL auch heute noch Verbreitung findet, ist sicherlich darin begründet, dass es für Unternehmen teuer und schwer sein kann, die historisch gewachsenen Systeme zu ersetzen. In den vergangenen Jahren haben deswegen Unternehmen wie IBM, Micro Focus oder Compuware den Schwerpunkt bei ihren COBOL-Produkten darauf gesetzt, Migrationsszenarien aufzuzeigen oder diese beim Design, also modernen grafischen Oberflächen, und über Integration an zeitgemäße Bedürfnisse anzupassen.

Als wichtigste Erkenntnisse der Befragung machen Micro Focus und Vanson Bourne aus:

  • 53 Prozent der Umfrageteilnehmer planen Initiativen, die auf die Anwendungsmodernisierung und Integration von COBOL-Systemen ausgerichtet sind. Darauf folgen 37 Prozent der Befragten, die sich um die Modernisierung von Prozessen bemühen, und weitere 38 Prozent, die in die Modernisierung der Infrastruktur investieren.
  • 63 Prozent der Befragten wollen ihre COBOL-Systeme 2020 optimieren. Darüber hinaus sind 92 Prozent der Meinung, dass die COBOL-Anwendungen ihres Unternehmens von strategischer Bedeutung sind, im Vergleich zu 84 Prozent der Befragten im Jahr 2017.
  • Technisch orientierte Führungspositionen werden am ehesten als Treiber von Initiativen zur Anwendungsmodernisierung angesehen. 36 Prozent der Umfrageteilnehmer sehen CTOs in dieser Rolle und 33 Prozent CIOs. In vielen Organisationen spielen wohl auch leitende nichttechnische Funktionen eine Rolle, wobei offenbar 27 Prozent der CEOs und 9 Prozent der CFOs entscheidend sind.
  • 42 Prozent der Befragten sehen die Cloud als eine zentrale und praktikable Plattform zur Unterstützung der Geschäftsagenda, verglichen mit 30 Prozent in 2017. Im Zuge des Fortschritts der IT-Landschaft bleibt COBOL aber in neuen Ökosystemen wohl unverzichtbar, und seine kontinuierliche Weiterentwicklung wird als grundlegendes Element des strategischen IT- und Geschäftswandels angesehen.
  • Auf die Frage nach den Plänen ihres Unternehmens für COBOL im Jahr 2020 geben 63 Prozent an, dass sie eine Modernisierung ihres Systems oder ihrer Anwendungen planen – mit dem Schwerpunkt auf Funktionen und Arbeitsabläufen. So ist die durchschnittliche Anzahl des COBOL-Anwendungscodes wohl von 8,4 Millionen im Jahr 2017 auf 9,9 Millionen in diesem Jahr gestiegen.

Eine erste Zusammenfassung der Studie findet sich auf der Website von Micro Focus. Detaillierter geht ein diese Woche durchgeführtes Webinar auf die Resultate ein, zu dem man Zugang gegen Angabe personenbezogener Daten bekommt. Bei den genannten Ergebnissen handelt es sich um einen ersten Aufschlag der im vergangenen Jahr durchgeführten Befragung. Mittlerweile wurde die Umfrage wohl für die EMEA-Region ausgeweitet, Anfang April sollen weitere Ergebnisse speziell zur dieser Region und Deutschland bekannt gegeben werden.

Siehe dazu auf heise Developer:

(ane)