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Studie: DevOps kein Fremdwort mehr in deutschen Unternehmen

DevOps als Prozess für die Softwareentwicklung, der Entwickler und IT-Betrieb zusammenbringen soll, ist einer von TNS Infratest erarbeiteten Studie zufolge hier kein Fremdwort mehr und wird gerade in Verbindung mit Continuous Integration geschätzt.

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Laut einer Studie der Marktforscher von TNS Infratest hat die DevOps-Bewegung ihren Weg in die deutschen Unternehmen gefunden. Fast zwei Drittel der über 200 im Juni 2015 online befragten IT-Mitarbeiter aus deutschen Unternehmen mit mindestens 250 Mitarbeitern kennen den Begriff (61 %) anscheinend. Davon sagen mehr als 75 Prozent, dass DevOps zu einer engeren Kooperation zwischen Entwicklern und Betriebsteams führe, entweder als Softwareentwicklungsprozess oder durch eine Veränderung in der Unternehmenskultur.

Damit können sich die deutschen Firmen im internationalen Vergleich an sich sehen lassen. So hatte eine andere Studie kürzlich ermittelt, dass 68 Prozent der Unternehmen in Großbritannien und 70 Prozent in Australien das DevOps-Konzept kennen. Mit 86 Prozent lagen hier die Vereinigten Staaten jedoch weit vorne.

Laut der TNS-Studie, die der Webhoster Rackspace beauftragt hatte und deren Ergebnisse der Redaktion gebündelt vorliegen, haben rund 97 Prozent der deutschen DevOps-Experten entsprechende Konzepte oder Praktiken in ihrem Unternehmen eingeführt oder planen das. Aber bei mehr als zwei Drittel der Firmen müssen sie Hindernisse überwinden. Hier empfehlen die Studienautoren, dass jedoch Dienstleister beraten und für die Einführung eines erfolgreichen DevOps-Konzeptes sorgen könnten.

95 Prozent aller Befragten und 52 Prozent der teilnehmenden Experten definieren DevOps als einen Softwareentwicklungsprozess, der Entwickler und IT-Betrieb näher zusammenbringe. Für 46 Prozent aller Teilnehmer und für 27 Prozent, die mit dem Konzept vertraut sind, geht es offenbar um eine Veränderung der Kultur, bei der Entwickler und Betrieb enger zusammenarbeiten.

Bei den geplanten oder bereits eingeführten DevOps-Anwendungen steht anscheinend die kontinuierliche Integration als bevorzugter Ansatz mit 43 Prozent auf Platz eins, gefolgt von der Einrichtung einer Arbeitsgruppe zum Testen des DevOps-Prozesses (37 %), automatisiertem Testen, Anwendungsüberwachung (jeweils 35 %), integrierter Einsatzplanung (34 %) und Unterstützung der Produktion (33 %). Damit unterscheiden sich die Ergebnisse deutlich im Vergleich zu den britischen Großunternehmen, die sich wohl auf Anwendungsüberwachung und Unterstützung der Produktion (jeweils 50 %) konzentrieren.

Zu den Hindernissen bei der Einführung von DevOs zählen offenbar vor allem Zweifel an den Veränderungen, mangelnde Fähigkeiten (jeweils 35 %) sowie unzureichende Tools und Infrastruktur (29 %). Dafür erhoffen sich oder profitieren die deutschen Teams nach der Einführung von DevOps von verbesserter Anwendungsstabilität (43 %), stabilerer Betriebsumgebung sowie schnellerer Reaktion auf Geschäftsanforderungen (jeweils 37 %). Weitere Punkte sind mehr Innovationen (36 %), schnellere Einführung neuer Softwareversionen, bessere Zusammenarbeit zwischen Projektteams, Reduzierung der IT-Kosten (jeweils 35 %), höhere Produktivität mit stärker formalisierter Produktionsumgebung sowie verbesserte Sicherheit (jeweils 32 %).

Der Begriff DevOps geht auf den Belgier Patrick Debois zurück, der Ende Oktober 2009 die ersten DevOps Days mitorganisierte. Der Begriff aus "Dev" für Anwendungsentwicklung (Development) und "Ops" für IT-Betrieb (Operations) steht für das Zusammenrücken der beiden Bereiche mit dem Ziel, dass eine Organisation Software schneller und fehlerfreier erstellen und verfügbar machen kann. (ane)