Studie: Die Mehrheit Cloud-nativer CNCF-Projekte läuft in Produktivumgebungen

Dem CNCF Survey 2019 zufolge ist die Experimentierphase für Cloud-native-Anwendungen in der Community vorbei. Immer mehr Anwender setzen konkrete Projekte um.

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Studie: Die Mehrheit Cloud-nativer CNCF-Projekte läuft in Produktivumgebungen

(Bild: Shutterstock/Milos Milosevic)

Von
  • Matthias Parbel

Die Cloud Native Computing Foundation (CNCF), unter deren Dach viele Open-Source-Projekte für Cloud-native-Anwendungsszenarien wie Kubernetes, CoreDNS oder Prometheus angesiedelt sind, hat die Ergebnisse ihrer siebten Community-Umfrage (CNCF Survey 2019) veröffentlicht. Gut 1300 Community-Mitglieder haben daran teilgenommen. Seit der ersten Studie vor vier Jahren haben sich laut den Ergebnissen sowohl die Zahl als auch der Umfang Cloud-nativer-Projekte deutlich gesteigert: Mehr als die Hälfte aller CNCF-Projekte ist bei den Befragten über die Erprobungsphase hinaus und treibt Produktivsysteme in Real-World-Szenarien an.

Die Containerorchestrierung Kubernetes verdeutlicht die Entwicklung besonders anschaulich. 2016 kamen Container primär für Proof-of-Concept (PoC), Tests und in der Entwicklung zum Einsatz – Produktivumgebungen spielten nur eine untergeordnete Rolle (23%). Derzeit sind aber bereits 84 Prozent der Businessanwendungen der Studienteilnehmer containerisiert und über Dreiviertel der Anwender vertrauen auf Kubernetes für ihre Produktivsysteme. Der generelle Trend hin zu containerisierten, Cloud-nativen Anwendungen spiegelt sich aber ebenso im zunehmenden produktiven Einsatz weiterer CNCF-Projekte wider – darunter Prometheus, CoreDNS, containerd und Fluentd.

(Bild: CNCF)

Das Monitoring-Tool Prometheus, die Container-Runtime containerd, das Logging-Werkzeug Fluentd sowie der DNS-Server CoreDNS sind allesamt eng auf Kubernetes abgestimmt und bieten sich daher als ergänzende Tools für die Containerorchestrierung an. Andere CNCF-Projekte, die zwar ebenfalls den Graduate-Status erreicht haben, aber sich noch nicht im gleichen Maße in der Praxis etablieren konnten, kommen nach wie vor überwiegend in Evaluierungen zum Einsatz. So liegt beispielsweise der Anteil der produktiven Nutzung bei der Tracing-Plattform Jaeger, dem auf Security ausgerichteten The Update Framework (TUF) und dem Datenbanksystem Vitess noch unter 30 Prozent.

Auch Services-Meshes wie Consul, Istio oder Linkerd sind bei den Teilnehmern der Umfrage noch größtenteils in der Erprobung. Erst 18 Prozent setzen Service-Meshes in Produktivsystemen ein. Das wachsende Vertrauen in CI/CD-Tools wie Jenkins, GitLab und CircelCI hat hingegen deutlichen Einfluss auf die Releasezyklen und zu einem Anstieg der automatisierten Deployments geführt. Während unter den befragten Community-Mitgliedern monatliche Releasezyklen gegenüber dem Vorjahr rückläufig sind, ist bei wöchentlichen (von 20% auf 28%) und täglichen Zyklen (von 15 % auf 27%) ein jeweils deutlicher Zuwachs zu verzeichnen.

Mehr Details zu den Ergebnissen der Umfrage finden sich CNCF-Blogbeitrag. Der vollständige CNCF Survey 2019 steht außerdem kostenlos zum Download bereit. (map)