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Studie: mehr Honorar, aber weniger Projekte für Java-, C++- und C#-Entwickler

Im Rahmen einer Marktstudie zu den populären Programmiersprachen Java, C++ und C# hat GULP, die Personalagentur für die Rekrutierung von Freiberuflern, ermittelt, wie sich hier Nachfrage und Stundensätze seit Anfang 2013 verändert haben.

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Studie: Weniger Projekte für Java-, C++- und C#-Entwickler, dafür etwas mehr Honorar

Das Projektportal GULP hat eine Marktstudie zur Entwicklung von Nachfrage und Stundensatz bei mit den Programmiersprachen Java, C++ und C# durchgeführten Projekten erarbeitet. Das Ergebnis ist, dass zwar die Nachfrage bei den hier untersuchten General Purpose Languages nachgelassen habe, sich jedoch im Vergleich mit Java noch immer die höchsten Stundensätze erzielen lasse. Bei C++ sei die Konkurrenz am größten, immerhin liege die Sprache auf Platz zwei bei den Stundensätzen. C# hat bei der Nachfrage C++ offenbar nahezu eingeholt. Mit der Sprache ließen sich zwar nicht die höchsten Stundensätze fordern, dafür sind wohl die Marktchancen am besten.

Betrachtet man die Entwicklung der angebotenen Projekte seit Anfang 2013 ist laut der Studie zu erkennen, dass sich die Nachfrage nach Java-Know-how in den vergangenen drei Jahren im Vergleich zu der Gesamtzahl aller angebotenen Projekte reduziert hat. Zwar gebe es in diesem Zeitraum Schwankungen nach oben und unten, jedoch wurde die Marke von 16 Prozent nicht mehr übertroffen. Im Januar 2013 hatte dieser Wert noch 18 Prozent betragen.

Angebotene Projekte pro Monat in Prozent auf Basis des GULP Trend Analyzer

(Bild: GULP)

Trotz eines spürbaren Rückgangs bei der Nachfrage ist Java wohl weiterhin unangefochten die am häufigsten im Projektmarkt nachgefragte Programmiersprache. Auch die tatsächliche Anzahl an Projektanfragen mit Java-Fähigkeiten ist anscheinend von einst 2426 – unter immer wieder kehrenden Anstiegen und Senkungen – auf 1862 im März 2015 gesunken.

Zum gleichen Zeitpunkt ließ sich laut GULP auch bei C++ ein Abfall der Projektangebote im Gesamtvergleich verzeichnen. Lag der Anteil Anfang 2013 noch bei knapp 7 Prozent, war in den Folgemonaten anscheinend ein Auf und Ab zu beobachten. Ab Juli 2013 konnte die Sprache jedoch die 6-Prozentmarke nicht mehr übertreffen, denn seither pendelt der Wert offenbar kontinuierlich zwischen 3 und 4,8 Prozent.

Mit 3 Prozent liegt C++ im Augenblick auf dem niedrigsten Stand seit Februar 2014 und sogar knapp hinter C#. Im Gesamtüberblick aller angefragten Programmiersprachen rangiert die Sprache im GULP-Projektmarkt-Index jedoch immer noch auf dem dritten Platz vor C#,das auf Position 5 rangiert. Die tatsächliche Zahl von Anfragen zu C++ lag im Januar 2013 bei 904, im März 2015 lediglich nur noch bei 388. In den fünf Monaten davor lag der Wert noch stabil über 500.

C# bewegt sich offenbar seit Anfang 2013 nahezu beständig in einem Bereich zwischen 3 und 4 Prozent aller Projektanfragen. Lediglich im März und Juli 2013 waren anscheinend kleine Ausreißer nach oben zu verzeichnen. Seit geraumer Zeit verhalte sich der Wert kontinuierlich nahe an der 3- bis 3,5-Prozentmarke und liegt im Augenblick bei 2,9 Prozent, so GULP. Auch im Fall von C# habe der Monatswert im Januar 2013 noch bei 519, im Juni des gleichen Jahres sogar bei 686 Anfragen gelegen. Seit Oktober 2014 habe sich der Wert zwischen 400 und 500 eingependelt, wobei allerdings der März mit 396 der schlechteste seit einem halben Jahr sei.

Die durchschnittlichen Stundensätze der bei GULP eingetragenen Freiberufler sind in den vergangenen Jahren offenbar kontinuierlich gestiegen. Ebenso erging es wohl auch Java-, C++- und C#-Entwicklern. Der Wert bei Java sei seit Anfang 2013 von 72 auf heute 75 Euro gestiegen. Bei C++ habe sich dieser sich von rund 69 auf 71 sowie im Fall von C# von etwa 68 auf 70 Euro erhöht. Sätze, die über 90 Euro hinausgingen, sind bei diesen Programmiersprachen wohl merklich seltener als im Gesamtdurchschnitt.

Prozentuale Verteilung der Stundensätze auf Basis des GULP Trend Analyzer

(Bild: GULP)

Die IT-Hochburgen München und Frankfurt am Main verbuchen anscheinend die relative Mehrheit der Projektanfragen, die in den Bereichen Java, C++ und C# an IT-Freiberufler versendet werden. Im Postleitzahlgebiet 6 (Frankfurt, Mannheim, Kaiserslautern), in dem die Bankenbranche stark vertreten ist, sei der Anteil an Java-Projektanfragen (17,5 %) deutlich größer als der für C++ (12,9 %) und C# (14,5 %). Dafür gebe es im Raum 8 (München, Ingolstadt, Ulm) anteilig weniger Java-Projekte als C++- und C#-Aufträge. C++ ist der Studie zufolge hier besonders stark (26,9 %).

Jünger als 30 ist laut GULP kaum ein freiberuflicher Java-, C++- oder C#-Experte. Der durchschnittliche C++-Entwickler in der GULP-Profile-Datenbank sei 46,6 Jahre alt – und damit älter als seine Kollegen im Bereich Java (44 Jahre) und C# (44,4 Jahre). Verwunderlich ist dieses Ergebnis jedoch nicht, denn C++ gibt es bereits seit Anfang der 80er-Jahre, Java hingegen hingegen seit 1995 und C# erst seit 2000. Das Alter aller bei GULP eingetragenen IT-Freiberufler liegt anscheinend bei durchschnittlich 42,2 Jahren.

Die Daten für die Marktstudie kamen vorrangig über die sogenannten GULP Trend Analyzer und GULP Stundensatz Kalkulator zustande. (ane)