Swift 3 schneidet alte Zöpfe ab

Die erste quelloffene Hauptversion der Programmiersprache bringt zahlreiche Änderungen. Aufgrund der Aufräumarbeiten ist sie nicht Source-kompatibel zu Swift 2.x. Xcode 8 soll die Migration jedoch weitgehend automatisieren.

 –  47 Kommentare
Swift 3 schneidet alte Zöpfe ab
Anzeige

Mit der Veröffentlichung von Swift 3.0 erreicht Apples Programmiersprache den ersten Major Release seit der Open-Source-Legung. Seitdem haben die Macher einige tiefgreifende Änderungen durchgeführt. Grund dafür sind vor allem die API-Designrichtlinien, die Grundlage für die Entwicklung von Swift 3 sind und bei denen Klarheit beziehungsweise Übersichtlichkeit ganz oben steht. Daher ist Version 3.0 auch nicht Source-kompatibel zum Vorgänger.

Wesentliche Änderungen betreffen die Standard Library, deren APIs sich in einer Vorbildfunktion an die Designrichtlinien halten, was einige Änderungen erforderte. Unter anderem entfällt bei sämtlichen Protokollnamen der Anhang Type, sodass beispielsweise aus CollectionType schlicht Collection wird. Auch soll die Umbenennung von enumerate() zu enumerated() oder sort() zu sorted() mehr Klarheit schaffen.

Anzeige

Die API-Designrichtlinien sind auch der Grund für die Änderung bei der Umsetzung der Objective-C-APIs nach Swift. Während sich die alte Variante nach den Voraussetzungen von Objective C richtete, passen sie sich in Swift 3 an die restlichen API-Aufrufe an und sind weitgehend kürzer und deutlicher. Code, der die Objective-C-Frameworks verwendet, erfordert daher zahlreiche Änderungen.

Die Liste der Neuerungen und Umstellungen in Swift 3.0 umfasst über 100 Punkte. Das Team hat einen Migrationsleitfaden als Hilfe für den Umstieg veröffentlicht. Entwickler müssen ihren Code jedoch nicht komplett händisch umformulieren: Xcode 8.0 enthält einen Code-Migrator, der wohl einen Großteil der benötigten Änderungen automatisieren kann.

Weitere Details stehen im offiziellen Blog. Swift 3.0 ist Bestandteil von Apples Entwicklungsumgebung Xcode 8 für OS X beziehungsweise macOS. Der Linux-Port enthält nun die Swift Core Libraries und den Swift Package Manager. Für Ubuntu 14.04 und 15.10 sind offizielle Versionen verfügbar.

Apple hatte Swift im Jahr 2014 auf der Entwicklerkonferenz WWDC als Alternative zu, aber nicht als offiziellen Nachfolger von Objective-C eingeführt. Im Sommer 2015 kündigte das Unternehmen an, dass Swift Open Source werden solle. Die tatsächliche Offenlegung erfolgte schließlich im Dezember 2015. Gleichzeitig kam Linux als unterstütztes System hinzu. Inzwischen findet die Programmiersprache nicht nur Anklang bei zahlreichen iOS-Entwicklern, sondern IBM bietet eine Plattform an, um die Sprache in Cloud-Szenarien einzusetzen. Die erste quelloffene Version mit der Nummer 2.2 brachte sprachlich nur wenige Änderungen. Daher ist Swift 3.0 durchaus ein wichtiger Meilenstein, der maßgeblich durch Einbeziehung der Community entstanden ist. (rme)

Anzeige