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ThoughtWorks Technology Radar: Kotlin, Terraform und die neue Datenverarbeitung

Der aktuelle Report zeigt, dass die Ökosysteme rund um das Infrastruktur-als-Code-Werkzeug Terraform und die Programmiersprache Kotlin stark wachsen.

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Das Beratungshaus ThoughtWorks hat die 20. Auflage seines zweimal jährlich erscheinenden Technology Radar veröffentlicht. Er bewertet neue Trends der Softwareentwicklung und der digitalen Geschäftsstrategie. Ziel ist es, Entscheidungshilfen zu geben, indem die Autoren des Reports, darunter Rebecca Parsons, Martin Fowler und Erik Doernenburg, Empfehlungen für den Einsatz einzelner Techniken liefern. In der neuen Auflage heben sie vier Themen hervor: die sich ändernde Gestalt von Daten, das wachsende Terraform-Ökosystem, der weitere Aufschwung der Programmiersprache Kotlin und die Auflösung der Grenzen der Kapselung.

Für die Bewertung die Trends nutzen die Autoren einen visuellen Ansatz, um sie in vier Gruppen einzuteilen: Techniken, Plattformen, Tools sowie Programmiersprachen und Frameworks. Innerhalb dieser Gruppen wird jeder Trend mit einer Empfehlung versehen:

  • "Hold" für Technologien, von deren Verwendung zum aktuellen Zeitpunkt abgeraten wird,
  • "Assess" für Technologien, die eine Evaluation wert sind,
  • "Trial" für Technologien, die einsatzbereit sind, und
  • "Adopt" für ausgereifte Technologien.

Die neue Gestaltung von Daten geschieht vor dem Hintergrund, dass das Datenvolumen stark angewachsen ist und die Daten mehr aus unterschiedlichen Quellen kommen. Vor einem Jahrzehnt waren Daten mehr oder minder gleichbedeutend mit relationalen Datenbanken. Unternehmen sind heute viel mehr auf der Suche nach Antworten in Echtzeit. Für Entwickler kann es deswegen zur Herausforderung werden, die geeigneten Tools und Strategien zu identifizieren, um die Daten bestmöglich zu nutzen. Softwarearchitekten und Entwickler sollten die neuen Möglichkeiten nutzen, aber gleichzeitig darauf achten, die neuen Tools nicht einfach wie die bereits bekannten einzusetzen, so die Empfehlung von ThoughtWorks.

Entwickler mögen Abstraktionsschichten, denn diese können die Komplexität verringern. Lange lag der Fokus auf der Anwendungscontainertechnik Docker und deren Ökosystem. Dann verschob sich der Fokus hin zu Containerorchestrierungswerkzeugen wie Kubernetes. Aktuell liegt die meiste Aktivität wohl auf Infrastructure as Code und hier insbesondere beim Terraform-Ökosystem. Mit Terraform lässt sich Infrastruktur für Anwendungen in der Cloud automatisiert erstellen und verwalten. Das Tool kann dadurch Administratoren und Entwicklern viel Routinearbeit abnehmen.

Die Programmiersprache Kotlin ist im Technology Radar weiterhin stark vertreten und gewinnt auch über Android hinaus an Bedeutung, wo es mittlerweile die Standardprogrammiersprache zum Erstellen von Apps ist. Kotlin sei bei Entwicklern beliebt und erscheint über verschiedene Plattformen und Tools hinweg. Das pragmatische Design, die zeitgemäßen Tools und ein wachsendes Ökosystem sprechen für einen wohl lang anhaltenden Erfolg der Programmiersprache.

"Entwickler, die Kotlin noch nicht ausprobiert haben, sind gut beraten, einen Blick darauf zu werfen, was es leisten kann", so Rebecca Parsons, Chief Technology Officer bei ThoughtWorks. "Es ist eine wirklich gute Sprache mit soliden Features und einem wachsenden Ökosystem."

Der "Alles ist Code"-Trend umfasst Infrastruktur, Security, Compliance sowie Operations und führt oftmals zu hochkomplexen Konfigurationssystemen oder umfangreicher Nutzung visueller Orchestrierungs-Tools. Teams arbeiten mit unterschiedlichen Komponenten auf verschiedenen Ebenen, die zu einem einzigen System verschmelzen. Dabei geschieht es oft, dass Businesslogik in Orchestrierungswerkzeugen und Konfigurationsdateien endet. Obwohl dies manchmal notwendig ist, empfehlen die ThoughtWorks-Autoren Teams, diesen Code dort zu belassen, wo Entwickler sich an Tests, Versionskontrolle, Continuous Integration und andere bewährte Entwicklungspraktiken halten können.

Wer nun wissen will, was in welcher Kategorie wie bewertet wird, schaut sich am besten die interaktive Website des Technology Radar an. Eine PDF-Version steht ebenfalls zum Download bereit. (ane)