ThoughtWorks: Zunehmende Komplexität in der Cloud

Ein rasant wachsendes IoT-Ökosystem sowie verschärfte regulatorische Anforderungen in der Cloud stellen Unternehmen vor größere Herausforderungen, wie ThoughtWorks in der 18. Auflage des zweimal jährlich erscheinenden Reports ausführt.

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ThoughtWorks' Technology Radar macht eine zunehmende Komplexität in der Cloud aus
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Der Browser als universelle Plattform für Applikationen, zunehmende Komplexität in der Cloud, gestaffelte Security-Maßnahmen und das rasant wachsende Internet der Dinge sind die wichtigsten Trends im jüngst veröffentlichten ThoughtWorks' Technology Radar. In dem zweimal jährlich erscheinenden Report beleuchtet das IT-Beratungsunternehmen die aktuell wichtigsten Entwicklungen rund um Softwareentwicklung und Geschäftsstrategie.

Aufgrund des mittlerweile hohen Reifegrades vieler Cloud-Plattformen nutzen mehr und mehr Unternehmen die verschiedenen Dienste von Cloud-Anbietern wie AWS, Google Cloud Platform (GCP) und Microsoft Azure immer intensiver. Container-Technologien und deren vereinfachtes Management mit Tools wie Kubernetes, aber auch Praktiken des Continuous Delivery und das Konzept der Infrastructure as Code erleichtern die umfassende Nutzung der Cloud-Plattformen in immer vielfältigeren Einsatzszenarien – bis hin zur sogenannten Poly-Cloud, also der plattformübergreifenden Kombination verschiedener Dienste und Provider.

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Damit einher geht, nach Einschätzung der ThoughtWorks-Experten allerdings eine schleichend zunehmend Komplexität. Insbesondere auch neue regulatorische Anforderungen wie sie durch die europäische Datenschutzgrundverordnung auf die Datenhaltung und -nutzung zukommen, erschweren den Unternehmenseinsatz von Cloud-Diensten zunehmend.

In dem Maße, in dem sich das Ökosystem des Internet of Things (IoT) in der Praxis etabliert, werden Sicherheit und ausgereifte Softwareentwicklungsmethoden zu den kritischen Faktoren für die erfolgreiche Umsetzung von IoT-Projekten. Laut dem Technology Radar wachsen aktuell Anwendungen wie cloud-basiertes Gerätemanagement und Datenverarbeitung am stärksten. Aber auch rund um Betriebssysteme für IoT Devices und Kommunikationsstandards beobachten die ThoughtWorks-Experten zunehmende Entwicklungsaktivitäten – dazu zählen beispielsweise der für den Multiplattform-Einsatz ausgelegte Open Source MQTT Broker EMQ oder auch Mongoose OS. Das Microcontroller-Betriebssystem ist speziell auf Embedded-Software für typische IoT-Anwendungen ausgelegt und bietet außerdem Security-Funktionen wie Flash-Verschlüsselung auf Geräteebene bis hin zu Over-The-Air-Firmware-Updates mit Rollback im Fall eines Fehlers. Google beispielsweise empfiehlt Mongoose explizit für den Einsatz mit seiner Cloud IoT Core-Plattform.

ThoughtWorks' Technology Radar nimmt 2018 zahlreiche neue Plattform-Technologien in den Fokus. (Bild: ThoughtWorks)

Neue Ansätze für differenzierte Sicherheitsmaßnahmen auf lokaler Ebene sind ThoughtWorks zu Folge entscheidend, um der zentralen Herausforderung der Security in der Softwareentwicklung neue Impulse zu verleihen. Denn die bisher weit verbreitete Methode, im Zweifelsfall "alles global zu verriegeln", erweise sich zunehmend als ungeeignet und wenig praktikabel – insbesondere in verteilten Systemen wie dem Internet der Dinge. Gefragt seien daher vielmehr differenzierte Sicherheitsmethoden, die möglichst automatisiert und domänenübergreifend Vertrauen schaffen und gleichzeitig den Compliance-Anforderungen gerecht werden.

Progressive Web Apps (PWA) und WebAssembly stehen stellvertretend für zahlreiche Techniken, die das Web nativer machen und damit dem Browser generell mehr Bedeutung einräumen. Mit der Verlagerung der Applikations- und Interaktionslogik hin zum Client verschiebt sich auch der Bedarf an Rechenleistung von den Backend-Servern zu den Anwender-Devices. Während der Browser dabei an Funktionalität und Komplexität gewinnt, können die Backend-Systeme einfacher gestaltet werden. Neue offene Standards wie CSS Grid Layout und CSS Modules verdrängen zusehends maßgeschneiderte Libraries. Mit Web Bluetooth steht zudem eine Technik zur Verfügung, die den Browser zur Steuerungszentrale für Bluetooth-Geräte macht. Dazu waren in der Vergangenheit native Apps erforderlich. (map)

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