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Turing Award für LaTeX-Erfinder

Für seine theoretischen und praktischen Arbeiten zu verteilten Systemen wird der US-amerikanische Informatiker Leslie Lamport mit dem "Turing Award 2013" ausgezeichnet.

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Die US-amerikanische Association for Computing Machinery (ACM) ehrt den Informatiker Leslie Lamport mit dem "Turing Award 2013". Der mit 250.000 US-Dollar dotierte Preis gilt als höchste Auszeichnung in der Informatik und wird auch als Nobel-Preis der IT-Branche bezeichnet. Als große Sponsoren für die Summe treten Google und Intel ein.

Leslie Lamport, Gewinner des Turing Award 2013

(Bild: lamport.org )

Lamport, der seit 2001 für Microsoft Research tätig ist, wurde von der wissenschaftlichen Gesellschaft für Informatik aufgrund seiner eindeutigen und sehr gut erklärten Arbeiten zum scheinbar chaotischen Verhalten verteilter IT-Systeme für den Turing Award auserkoren. Seine Algorithmen, Musterverfahren und Verifikationssysteme hätten es verteilten Computersystemen erst ermöglicht, die heutige Schlüsselrolle in Datenzentren und Cloud-Umgebungen einzunehmen.

Lamport, geboren 1941 in New York, ist nicht nur für seine theoretischen und praktischen Arbeiten zu verteilten Systemen, sondern auch als Entwickler des Textverarbeitungsprogramms LaTeX bekannt, das er Anfang der 80er-Jahre auf Basis von Donald E. Knuths TeX erschuf. Lamports 1978 erschienene Schrift "Time, Clocks, and the Ordering of Events in a Distributed System" gehört zu den meistzitierten Publikationen der Informatik.

Offiziell überreicht wird der "Turing Award 2013" auf dem ACM Awards Banquet am 21. Juni in San Francisco. Frühere Preisträger sind zum Beispiel Barbara Liskov, Alan Kay, Frederick P. Brooks, Douglas C. Engelbart, Niklaus Wirth, Dennis Ritchie, Tony Hoare, der oben erwähnte Knuth und Edsger W. Dijkstra. (ane)