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Umfrage: Eclipse-Entwickler sind zufrieden mit ihrer IDE

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Die Eclipse Foundation hat die Ergebnisse der weltweit durchgeführten "2010 Eclipse Community Survey" (PDF) im "Open Source Developer Report" vorgestellt. Von knapp 2000 Teilnehmern an der Befragung stammten rund ein Viertel aus Deutschland, was eine überdurchschnittlich hohe Beteiligung darstellt und wohl der Berichterstattung in den Medien geschuldet ist. Knapp zwei Drittel der Teilnehmer haben bislang nicht aktiv an Entwicklungen der Eclipse-Community teilgenommen. Ziel der Studie ist es, Aufschluss darüber zu geben, wie Entwickler die von ihnen genutzten Werkzeuge verwenden und insbesondere welche Software sie einsetzen.

Waren es 2007, als die Umfrage ein erstes Mal durchgeführt wurde, knapp 74 Prozent der Befragten, die angaben, Windows als Arbeitsplatzumgebung zu nutzen, sind es mittlerweile nur noch etwa 58 Prozent. Linux (von 20 auf 32,7 Prozent) und Mac OS X (von 3,5 auf 7,9 Prozent) haben hingegen seitdem ordentlich zulegen können. Auf der Deployment-Seite liegt nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr Linux mit 46 Prozent vorne, gefolgt von Windows (41 Prozent) und Solaris/OpenSolaris sowie Unix (je 3 Prozent).

Zulegen konnte unter den verwendeten Datenbanken MySQL von 27,7 auf 31 Prozent, runter ging es hingegen für Oracle von 27,3 auf 21,6 Prozent. Bei den Anwendungsservern liegt weiterhin der Tomcat vorne (33,8 Prozent), gefolgt von JBoss (10,5 Prozent) und WebSphere (5,1 Prozent). Der Servlet-Container Jetty, seit vergangenem Jahr ein offizielles Eclipse-Projekt spielt mit 3,6 Prozent eine (noch) untergeordnete Rolle. Es fällt auf, dass sich die Zahl derer, die ohne Application Server auskommen, von 25,3 auf 30,8 Prozent erhöht hat.

Nicht verwunderlich ist, dass Java als populärste Programmiersprache mit knapp 70 Prozent vertreten ist, war die Entwicklungsumgebung doch als reine Java-IDE gestartet worden. Zunehmende Bedeutung erhält Eclipse unter C/C++- und PHP-Entwicklern. So ist die PHP-Variante von Eclipse (PHP Development Tools; PDT) für 14,3 Prozent der Entwickler die Nummer-1-Umgebung, für 7,4 Prozent der Befragten gilt das für die C/C++ Development Tools (CDT).

Zu beobachten ist, dass die meisten Eclipse-Entwickler (rund 75 Prozent) schnell auf die neueste Version – zurzeit Eclipse Galileo – aktualisieren. Für über 7 Prozent scheint das Vertrauen in die aktuelle Entwicklung (Eclipse Helios) so groß zu sein, dass sie vorrangig mit den aktuellen Milestone-Builds arbeiten. Insgesamt ist die Zufriedenheit mit Eclipse als hoch anzusehen: 48,5 Prozent sind mit Eclipse "sehr zufrieden" und 39,9 Prozent "zufrieden". Das entspricht etwa den Zahlen aus dem Vorjahr.

Auf die Frage, welche Methode am besten den Entwicklungsprozess der Befragten charakterisiert, erhielt Scrum mit 15,4 Prozent die meisten Stimmen – vorausgesetzt man lässt außen vor, dass 25 Prozent angaben, keiner Methode zu folgen. Bei den Sourcecode-Management-Werkzeugen liegt Subversion mit 58,3 Prozent deutlich vorne, was in etwa der Zahl aus dem Vorjahr entspricht. CVS hat gegenüber dem vergangenen Jahr deutlich abgenommen, und zwar von 20 auf 12,6 Prozent. Verteilte Versionskontrollsysteme wie Git/GitHub und Mercurial legten hingegen zu. Spannend wird sein, wie sich insbesondere die Etablierung der EGit-Eclipse-Implementierung auf die künftige Entwicklung auswirken wird. Unter den Build-Werkzeugen liegt immer noch das anscheinend unverwüstliche Ant (50,4 Prozent) vorne, gefolgt von Maven (28,3 Prozent) und Hudson (21,8 Prozent).

Geht man von der Annahme aus, dass die meisten der Befragten Eclipse-Entwickler sind, dann trifft man auf ein ausgewogenes Bild der Anwendungstypen, die sie programmieren. Je 26,9 Prozent gaben an, Rich-Internet- und Webanwendungen beziehungsweise Serveranwendungen zu entwickeln. 21 Prozent arbeiten an Desktop-Anwendungen, 9,2 Prozent an Eclipse-Plug-ins und 5,2 Prozent an Embedded-Software.

Keine groß konzipierte Umfrage kommt ohne die Einbeziehung von Cloud Computing aus, so auch die des "Open Source Developer Report": Zum jetzigen Zeitpunkt haben deutlich mehr als die Hälfte der Befragten (58,4 Prozent) angegeben, dass ihre Firmen noch keine Pläne hätten, Cloud-Infrastrukturen für die Entwicklung von Applikationen zu nutzen. Nur 12,1 Prozent erklärten, bereits Anwendungen in der Cloud implementiert zu haben. (ane)