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Ungewisse Zukunft: Ruby-Implementierung Rubinius verliert Hauptförderer

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Die Veröffentlichung von Rubinius 2.0 Anfang Oktober bedeutet auch, dass die überwiegend in der Skriptsprache selbst geschriebenen Ruby-Implementierung ihren Hauptförderer, den PaaS-Betreiber (Platform as a Service) Engine Yard, verliert. Engine Yard war seit 2007 in die Entwicklung von Rubinius involviert. Damals war der Projektbegründer Evan Phoenix zu Engine Yard gewechselt.

In den besten Zeiten stellte Engine Yard sechs Entwickler ab, die die Ruby-Implementierung voranbringen sollten. Das Unternehmen ist nun der Ansicht, dass Rubinius eine ausreichende Qualität mitbringe, um als Alternative für den Standard-Ruby-Interpreter MRI bestehen zu können. Deswegen habe man beschlossen, sich aus dem Projekt zurückzuziehen und lieber andere Open-Source-Entwicklungen zu fördern. Auch wird Engine Yard Rubinius in seiner Cloud-Umgebung weiterhin unterstützen.

Im Rubinius-Blog liest sich das ein wenig anders. Hier weist der bei Engine Yard beschäftigte Rubinius-Entwickler Brian Shirai darauf hin, dass das Projekt fortan erst mal keine hauptberuflich für ihre Arbeit an der Ruby-Implementierung abgestellten Entwickler habe. Doch habe man gerade in der letzten Zeit vieles vereinfacht und fokussiert, weswegen sich eine nun womöglich neu bildende Rubinius-Communy einen einfachen Start haben könnte.

Rubinius implementiert die Ruby-Sprache samt Bytecode-Compiler und der meisten Ruby-Core-Klassen. Zusätzlich gibt es eine in C++ geschriebene Virtual Machine zum Ausführen des Bytecodes, die die LLVM-Infrastruktur für das Kompilieren von Bytecode zu Maschinencode zur Laufzeit verwendet. Rubinius wird mit der BSD-Lizenz angeboten und ist unter anderem mit Rails, Rake, RSpec, IRB, Nokogiri, Yami, Mongrel, MySQL und auch weitgehend mit MRI kompatibel. Es besteht in großen Teilen aus der RubySpec-Testsuite, die selbst aus der Rubinius-Entwicklung hervorgegangen ist. (ane)