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User Groups sind gegen ein von Oracle unabhängiges Java

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An den Interessenverbund deutschsprachiger Java User Groups (iJUG) sind offenbar Java-Entwickler mit der Idee herangetreten, aus dem freien Java-Projekt Apache Harmony und einem Fork des OpenJDK eine eigenständige Java-Plattform zu entwickeln, die unabhängig vom Java-Statthalter Oracle und dessen Java-Entwicklungen ist. Die Interessengemeinschaft gibt nun in einer Pressemitteilung bekannt, dass sie tendenziell gegen eine solche Abspaltung ist.

Der iJUG befürchtet, dass der Vorschlag einer unabhängigen Plattform eine Aufspaltung des "Java-Ökosystems" zur Folge hätte, bei dem der eine, stärker Open-Source-getriebene Teil sich dem Aufbau einer neuen Plattform widme, der andere, insbesondere von den großen Konzernen kommerziell getriebene Teil bei der ursprünglichen Plattform bliebe. Beide würden nicht mehr die volle Unterstützung der heutigen großen Community erfahren. Zu befürchten wäre ein großer Umbruch, der viele Entwickler dazu bewegen könnte, sich neu zu orientieren.

Ein Argument für den Fork sieht der Interessenverbund bei der "Reduzierung von Altlasten". Eine Bereinigung des Sprachumfangs sei sicherlich im Rahmen eines Forks einfacher umzusetzen, heißt es. Dass viele Teile von Java nur aus Kompatibilitätsgründen noch im Sprachumfang zu finden seien, führt der iJUG in dem Kontext an und empfiehlt, sich davon zu befreien, wie das zaghaft bei Version 6 der Java Enterprise Edition (Java EE) geschehen sei. Auch sollte dieses Thema bei der Ausarbeitung neuer Sprachfunktionen immer wieder angesprochen werden.

Der iJUG fordert des Weiteren Oracle auf, der Java-Community weiter entgegenzukommen. Zwar rechne wohl keiner mehr damit, dass das TCK (Test Compatibility Kit) für Java ohne Restriktionen freigegeben werde, aber bei dem Thema Governance für das OpenJDK und bei Oracles Contributor Agreement (OCA) müsse Oracle zeigen, dass die Firma die Einbindung der Community ernstnehme. Das Governing Board des OpenJDK dürfe kein Abnickgremium werden, fordern die User Groups. Und Oracle müsse klarstellen, dass das OpenJDK nicht zum "Open Core"-Modell werde, das schließlich alle Beteiligten von Oracle abhängig mache. Das könne über ein OpenJDK mit allen wesentlichen Funktionen geschehen, das nicht von Oracle durch Add-ons unter einer kommerziellen Lizenz ausgehöhlt werde. Im besten Fall stelle Oracle das durch eine Änderung des OCA sicher, schreibt der Interessenverbund. (ane)