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Vert.x 3.4 lernt Kotlin und Scala

Das sprachenübergreifende Anwendungsframework hat damit zwei weitere JVM-Sprachen an Bord. Der neue Web-Client soll deutlich flexibler sein als der bisherige HTTP-Client. Außerdem existiert nun ein MQTT-Server für IoT-Anwendungen.

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Seit der Veröffentlichung der letzten Hauptversion von Vert.x sind inzwischen eineinhalb Jahr verstrichen, aber auch die Punktreleases haben einige Neuerungen zu bieten. Besonders erwähnenswert in Vert.x 3.4 sind die beiden neu hinzugekommenen JVM-Sprachen Scala und Kotlin. Gerade letztere stößt bei Entwicklern auf wachsendes Interesse. Vert.x ist auf eine polyglotte Verwendung ausgelegt, und die neuen Programmiersprachen erweitern die Mehrsprachigkeit aus Java, JavaScript, Groovy, Ruby und Ceylon. Das Framework arbeitet mit dem vor Kurzem veröffentlichten Kotlin 1.1 ebenso zusammen wie mit Scala 2.12, das ebenfalls dem aktuellen Stand entspricht.

Neu ist zudem der Web-Client, der auf dem HTTP-Client aufsetzt und alle Funktionen von ihm erbt. Das GitHub-Repository bezeichnet ihn als "Schweizer Taschenmesser zum Erstellen moderner, skalierbarer Webanwendungen". Außerdem haben die Macher die RxJava-Erweiterung ausgebaut, und Entwickler können in JDBC-Clients Streams zum Empfangen großer Datenmengen verwenden.

Auch öffnet sich das Framework dem Bereich Internet der Dinge und bietet nun einen MQTT-Server für eins der wichtigsten IoT-Protokolle. Zur Datenverarbeitung existiert neuerdings ein Client für Apache Kafka, das für die Verarbeitung großer Datenströme zum Einsatz kommt. Auch im Security-Bereich gibt es einige Ergänzungen, so ein überarbeitetes OAuth2-Setup. Zudem folgen Vert.x-Web-Sessions den OWASP-Empfehlungen (Open Web Application Security Project).

Weitere Informationen unter anderem zu Microservices finden sich im Blogbeitrag. Die vollständige Liste der Neuerungen lässt sich den Release Notes entnehmen. Vert.x ist ein eventgetriebenes Framework, das auf der Java Virtual Machine (JVM) läuft und die Programmiersprachenunabhängigkeit seit Anbeginn als Konzept verfolgt. Dafür steht auch das "x" im Namen des 2011 als Node.x gestarteten Projekts, das eben nicht wie Node.js nur auf JavaScript zielt.

Seit 2013 steht Vert.x unter dem Dach der Eclipse Foundation. Die aktuelle Version ist sowohl in einer minimalen als auch einer vollständigen Distribution auf der Download-Seite verfügbar. Dort finden sich auch Anleitungen zur Installation über npm und aus Docker. Das Framework ist Open-Source-Software mit einer dualen Lizenz aus der Eclipse Public License 1.0 und der Apache-2-Lizenz. (rme)