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Viele Neuerungen bei GCC 4.6

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Die GCC-Entwickler haben die endgültige Version 4.6.0 der GNU Compiler Collection veröffentlicht. Das Release erscheint rund ein Jahr nach Erscheinen der letzten größeren Version (GCC 4.5). Nun unterstützt die freie Compiler-Sammlung Intels Sandy-Bridge-Architekturen, hervorzuheben ist die Unterstützung von deren AVX-Instruktionen (Advanced Vector eXtensions). Verbessert wurde zudem das Zusammenspiel mit Core-i3/i5/i7-Prozessoren. Neben weiteren ARM-Plattformen (z. B. Cortex-M4, Cortex-A15) funktioniert GCC jetzt auch mit AMDs x86-Prozessorarchitektur Bobcat. Auch diese soll noch im Laufe des Jahres AVX unterstützen.

Auf Programmiersprachenseite funktioniert GCC 4.6 nun mit Googles Programmiersprache Go und rudimentär auch mit C1X, der Revision der Programmiersprache C. Go ist standardmäßig deaktiviert, lässt sich aber offenbar einfach "hinzuschalten". Erste Unterstützung gibt es zudem für Ada 2012, verbessert wurde des Weiteren das Verhalten mit dem kommenden C++0x-Standard sowie mit Fortran. Aufmerksamkeit verdient auch die Unterstützung für Googles C-Bibliothek Bionic, wodurch sich mit GCC nun native Bibliotheken und Anwendungen für Android entwickeln lassen. Bislang geht das aber nur mit der ARM-Version von Android.

Schließlich sind zahlreiche neue Compiler-Funktionen und -Warnungen hinzugekommen, die man den ausführlichen Informationen des Changelog entnehmen kann. Beispielsweise verfügt der Compiler nun über restriktivere Kommandozeilenoptionen, die bei der Verlinkung mit bislang falschen Optionen Fehler nach sich ziehen können. Neu ist zudem die mathematische Bibliothek libquadmath. Einige Systeme wie Argonaut ARC, National Semiconductor CRX und Motorolas 68HC11/68HC12 haben nun den "Obsolete"-Status, was bedeutet, dass sie nicht länger unterstützt und in Folgeversionen wahrscheinlich entfernt werden.

GCC 4.6 wird offenbar Bestandteil des für Mitte Mai avisierten Fedora 15, nicht aber der Standard-Compiler des Ende April erwarteten Ubuntu 11.04 sein.

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