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Visual Studio 2010 und .NET 4 veröffentlicht

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Microsoft hat die Verfügbarkeit der nächsten Generation der integrierten Softwareentwicklungsumgebung Visual Studio 2010 und des .NET Framework 4 verkündet; unter microsoft.com/germany/visualstudio/ soll es in Kürze auch neue deutschsprachige Informationen geben. Außerdem will der Konzern noch in dieser Woche die Version 4 von Silverlight, der der hauseigene Technik für Rich Internet Applications (RIA) zum Download freigeben.

Bei Visual Studio 2010 und .NET 4 halten sich die Redmonder an den Anfang des Jahres veröffentlichten Release-Termin; ursprünglich hatten sie allerdings vor, die neuen Versionen schon im März freizugeben. Davon war Microsoft jedoch abgerückt, da zu viele Entwickler bei der im letzten Oktober präsentierten Beta 2 mit der Performance unzufrieden gewesen waren.

Das von Entwicklern lange erwartete Release enthält ASP.NET-Erweiterungen, neue Funktionen zum Entwickeln von SharePoint-Anwendungen, Überarbeitungen in den Bereichen Parallel Programming und Cloud-Entwicklung sowie neue Features für das Application Lifecyle Management (ALM). Die IDE gibt es in unterschiedlichen kommerziellen Versionen; kostenlose, in den Funktionen eingeschränkte Ausgaben sollen früheren Angaben zufolge folgen. In der Professional-Edition finden sich alle Funktionen für die Entwicklung von Windows-, Web-, Office-, Cloud-, SharePoint- und Silverlight-Anwendungen. Anwender der Premium-Variante können zusätzlich Datenbankfunktionen nutzen und GUIs automatisch testen.

Visual Studio Ultimate ist als Suite für das Application Lifecyle Management (ALM) gedacht und enthält Werkzeuge für das Design und die Architektur einer Anwendung, die eigentliche Entwicklung und das Testing bis hin zum Deployment von Applikationen. Die Werkzeuge umfassen außerdem die Komponenten der bisherigen Team-Suite-Edition und bieten Funktionen für die Softwaremodellierung. Schließlich gibt es mit der Test Professional Edition noch eine Ausgabe für Softwarequalitäts- und Testteams.

Den Namen "Visual Studio Team System" (VSTS) als Oberbegriff für alle Versionen, die nicht nur Editieren und Debuggen, sondern auch andere Bereiche des Application Lifecycle Management unterstützen, hat Microsoft mit dem neuen Release wieder beerdigt. Weiterhin getrennt gibt es den ebenso aktualisierten Team Foundation Server (TFS) als zentralen Datenspeicher für ALM-Aspekte wie die Zusammenarbeit in Teams, Versionskontrolle, Work-Item-Tracking, Build-Management und Prozessunterstützung. Neu ist etwa die Unterstützung agiler Softwareentwicklung nach dem Vorgehensmodell Scrum. Für kleine Teams soll der TFS 2010 nicht mehr kosten als bisher eine Lizenz von Visual Source Safe (VSS). Die jetzt vorgestellten Releases sind die englischen Versionen, mit der Präsentation der deutschen Ausgaben ist auf der TeamConf Anfang Mai zu rechnen.

Der Editor von Visual Studio 2010 setzt nun auf dem Grafik-Framework Windows Presentation Foundation (WPF) auf, wodurch sich flexiblere und modernere Programme unterschiedlicherer Couleur entwickeln lassen. Wichtig für Plug-in-Entwickler ist das neue Managed Extensibility Framework (MEF), das eine neue Form der Erweiterungen unterstützt. Sie sind ohne Registrierung installierbar, man muss sie lediglich in ein bestimmtes Verzeichnis legen. Zum ersten Mal haben die Anwender die Möglichkeit, SharePoint-Funktionen in der IDE zu nutzen. Visual Studio unterstützt über die integrierten Windows-Azure-Werkzeuge die Entwicklung von Cloud-Anwendungen. Auch für Windows-7-Unterstützung, so zum Beispiel , ist gesorgt.

Das populäre ASP.NET-MVC-Web-Framework, Microsofts Umsetzung des Prinzips "Model View Controller", ist ebenfalls integriert. Neu ist mit IntelliTrace eine Funktion, mit der sich das Programmverhalten prüfen lässt. Auch sind jetzt UML-Diagramme standardmäßig in der Premium- und der Ultimate-Edition eingebunden, sie bieten die UML-Diagrammtypen Activity, Use Case, Layer, Logical Class, Component und Sequence an, allerdings nur zum Malen und Aufhängen.

Neu in .NET 4 ist die Einbindung der Dynamic Language Runtime (DLR), eine bessere Unterstützung nebenläufiger Programmierung durch die mit der Task Parallel Library bereitgestellten Erweiterungen. In den Kreis der als "first-class citizen" bezeichneten Programmiersprachen hat Microsofts funktionale Programmiersprache F# Einzug gefunden, eine von Microsoft Research über mehrere Jahre entwickelte Multiparadigmen-Sprache, die ML und OCaml ähnelt. Unterstützung für den zukünftigen C++-Standard (C++0x) findet sich in Visual C++ 2010, es funktionieren beispielsweise Lambda-Funktionen, Zusicherungen (Assertions) zur Kompilierzeit, das auto-Schlüsselwort für Typ-Inferenzen und rvalue-Referenzen.

Siehe dazu auch:

(ane)