Visual Studio Code 1.20: zahlreiche Komfortfunktionen für den Sourcecode-Editor

Microsofts quelloffener Sourcecode-Editor hebt im Explorer Dateien mit Fehlern farblich hervor und bietet kombinierte Laufzeit-Konfigurationen für Multi-root Workspaces, um Client-Server-Anwendungen einheitlich zu debuggen.

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Visual Studio Code 1.20 bringt zahlreiche Komfortfunktionen
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Nachdem das Dezember-Release des ansonsten monatlich aktualisierten Visual Studio Code ausgefallen war, bringt Version 1.20 einige interessante Neuerungen. Erwartungsgemäß hat Microsoft dem quelloffenen Texteditor das vor Kurzem aktualisierte TypeScript 2.7.1 mitgegeben, das unter anderem das Überprüfen der korrekten Initialisierung auf Klassen-Properties ausweitet.

Die Workbench bekommt im aktuellen Release einige Komfortfunktionen. So lassen sich nun mehrere Dateien gleichzeitig im File Explorer und aus den geöffneten Editor-Fenstern auswählen und Aktionen auf alle selektierten Elemente ausführen. Eine bessere Übersicht bei der Fehlersuche verspricht die farbliche Hervorhebung von Dateien, die Fehler oder Warnungen enthalten. Die Übersicht zeigt zudem die Zahl der gefundenen Probleme neben dem Dateinamen.

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Der Explorer bietet eine bessere Übersicht über Fehler und Warnungen im Projekt (Bild: Microsoft)

Die Zahl der Einstellungen steigt kontinuierlich an, sodass manche Entwickler die Übersicht verlieren. Daher haben die Macher die Suche innerhalb der Settings verbessert. Sie bietet nun neben der exakten Übereinstimmung auch ähnliche Wörter sowie andere Typen desselben Wortstamms findet und Tippfehler berücksichtigt.

Neuerdings lassen sich zudem auf allen Plattformen Dateien speichern, für deren Zugriff Administratorrechte erforderlich sind. Dafür ruft VS Code den für das jeweilige System erforderlichen Mechanismus zum Log-in als Administrator auf. Außerdem kann der Editor neuerdings Dateien verarbeiten, die größer als 256[ [MByte sind.

Entwickler können die wiederverwendbaren Code-Snippets nun für mehrere Programmiersprachen definieren. Die Zielsprachen lassen sich im Code-Schnipsel über das Attribut scope definieren. Gleichzeitig gibt es zusätzliche Snippet-Variablen, unter anderem um das aktuelle Datum beziehungsweise die Zeit zu verwenden. Das Terminal bietet nun eine Anbindung an Screenreader, sofern sich VS Code im Modus "Screen Reader Optimizied" befindet.

JavaScript- und TypeScript-Entwickler finden bei Quick-Fixes die Aktion Fix all in file, um alle gleichartigen Fehler innerhalb der Datei zu korrigieren. Neu ist zudem, dass VS Code beim Bearbeiten von TypeScript- und JavaScript-Klassen die Klassen-Properties auch ohne vorangestelltes this. für die Autovervollständigung anzeigt.

Der Debugger kann nun Projekte in Multi-root Workspaces kombiniert verarbeiten. Damit können Entwickler beispielsweise eine einheitliche Konfiguration für eine Client-Server-Anwendung anlegen, die beide Komponenten steuert.

Neuerdings existieren Konfigurationen für den gesamten Workspace.
Neuerdings existieren Konfigurationen für den gesamten Workspace. (Bild: Microsoft)

Auch hinsichtlich der Anbindung an Versionskontrollsysteme gibt es einige Neuerungen. So arbeitet VS Code nun mit Git Submodules zusammen. Derzeit sind die Funktionen zum Umgang mit den untergeordneten Modulen noch begrenzt. So lassen sich Änderungen in den Submodules im übergeordneten vormerken (stage) und verwerfen (discard). Außerdem überprüft die Git-Erweiterung nun die Länge von Commit-Messages.

Weitere Neuerungen, die unter anderem Entwickler Von Extensions für VS Code betreffen, lassen sich der offiziellen Ankündigung entnehmen. Binaries für Windows, macOS, Debian beziehungsweise Ubuntu sowie RedHat, Fedora und Cent OS sind auf der Downloadseite verfügbar. Der Quellcode liegt auf GitHub. (rme)

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