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Visual Studio Code verlässt die Beta-Phase

Knapp ein Jahr nach der ersten Preview erscheint nun die stabile Version von Microsofts Browser-basierter Entwicklungsumgebung. Die IDE ist für Linux, OS X und Windows quelloffen verfügbar.

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Visual Studio Code

Letztes Jahr stellte Microsoft auf der Build 2015 erstmals Visual Studio Code vor. Das Besondere daran: Es ist die erste Version von Microsofts Entwicklungsumgebung, die plattformübergreifend unter Windows, OS X und Linux verfügbar ist. Dabei handelt es sich um keine klassischen Portierung des vorhandenen Visual Studio, sondern ein Schweizer Entwicklungsteam unter der Leitung von Erich Gamma entwickelte die Software basierend auf dem Projekt "Monaco". Gamma gehört zur sogenannten Gang of Four (Viererbande) der Autoren des Buchs "Design Patterns – Elements of Reusable Object-Oriented Software". "Monaco" bietet Komponenten für die Browser-basierte Softwareentwicklung. Entsprechend handelt es sich bei Visual Studio Code um eine Webanwendung, die auf Chromium läuft.

Im November erklärte Microsoft das Werkzeug zu Open-Source-Software unter der MIT-Lizenz und veröffentlichte eine erste Beta auf GitHub. Gleichzeitig führten die Macher eine Schnittstelle für Erweiterungen ein. Dieselbe API nutzt das Team für die eigene Entwicklung: JavaScript und TypeScript sind laut dem Blog-Beitrag zur Veröffentlichung von Version 1.0 normale Erweiterungen, deren einzige Besonderheit ist, dass sie zum Basispaket gehören. Derzeit existieren rund 1000 Extensions für das Werkzeug.

Laut dem Beitrag findet das Team Visual Studio Code nun stabil genug für die Versionsnummer 1.0. Der Download ist kleiner als 40 MByte. Die von einer IDE gewohnten Editorfunktionen wie IntelliSense verstehen sich von selbst. Der Debugger, der anfangs nur für TypeScript und JavaScript funktioniert, ist inzwischen auch auf andere Sprachen ausgedehnt. Für die Versionsverwaltung existiert eine Schnittstelle zu Git. Visual Studio Code unterstützt unter anderem die Programmiersprachen JavaScript, TypeScript, C#, C++, Python, PHP, Go und F#..

Microsoft spricht von monatlich 500.000 aktiven Visual-Studio-Code-Nutzern. Insgesamt haben wohl zwei Millionen Entwickler das Werkzeug seit der ersten Preview heruntergeladen. Seit der Offenlegung hat das Team mehr als 300 Pull Requests übernommen. Derzeit ist Visual Studio Code in zehn Sprachen – darunter Deutsch – verfügbar.

Weitere Details finden sich im Blog-Beitrag. Visual Studio Code steht auf der offiziellen Site für Windows, OS X und diverse Linux-Derivate zum Herunterladen bereit. Der Quellcode liegt im GitHub-Repository. Microsoft bietet zudem ein kostenloses E-Book mit Tipps zur Arbeit mit dem Tool an.

Siehe dazu auf heise Developer: