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Visual Studio Online: Microsofts Entwicklungsumgebung landet in der Cloud

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Visual Studio 2013 ist seit knapp einen Monat verfügbar. Auf der Launch-Veranstaltung am gestrigen Mittwoch zur neuen Version der Entwicklungsumgebung hat Microsoft aber zusätzlich schon einmal gezeigt, wohin die weitere Reise mit Visual Studio gehen soll. So wurde mit Visual Studio Online eine Cloud-Version der Entwicklungsumgebung präsentiert, sie hat derzeit Public-Preview-Status. In dem Angebot ist unter anderem die Cloud-Variante des Team Foundation Server aufgegangen. Der bislang Team Foundation Service genannte Dienst umfasst ALM-Features (Application Lifecycle Management) wie Versionskontrolle, Build-Management und Werkzeuge zur Zusammenarbeit in Teams.

Darüber hinaus gibt es einen mit dem Codenamen Monaco laufenden Editor, der sich in den Webbrowser integriert. So können Entwickler direkt in diesem und außerdem weitgehend unabhängig vom zugrunde liegenden Betriebssystem ihren JavaScript- oder TypeScript-Code bearbeiten – inklusive der "intelligenten" Codevervollständigung IntelliSense.

Der Schritt ist insofern nicht überraschend, da Microsoft bereits bei Office einen ähnlichen Weg gegangen ist. Hier gibt es mit Napa schon einen Online-Editor, mit dem sich Office-365-Applikationen erstellen lassen und der zudem auch die Basis für Monaco stellt. Derzeit unterstützt der erstmals präsentierte Online-Editor allein Anwendungen, die mit Microsofts Cloud-Umgebung Windows Azure laufen.

Erich Gamma noch zu IBM-Zeiten

Monaco wurde von Erich Gamma präsentiert. Der durch seine Arbeit als Buchautor eines berühmten Patterns-Buch bekannt gewordene Entwickler arbeitet seit etwas mehr als zwei Jahren bei Microsoft, war aber nach seiner Einstellung nicht allzu sehr öffentlich in Erscheinung getreten. Zuvor war Gamma bei IBM tätig, wo er als maßgeblicher Mitinitiator der Entwicklungsumgebung Eclipse wirkte und auch noch am Start des Eclipse-Projekts Orion beteiligt war, das ebenfalls einen Online-Editor erarbeitet.

Ebenfalls neu ist der Elastic Load Test Service, mit dem Lasttests in einer virtuellen Umgebung durchgeführt werden können. Außerdem gibt es mit Application Insights einen neuen Dienst, mit dem sich die Performance und das Nutzerverhalten von mit Windows Server und Windows Azure betriebenen .NET- und Java-Anwendungen, aber auch das von Web- und Windows-Phone-Apps messen und Probleme aufzeigen lassen. Schließlich bietet Visual Studio noch einen Service zur Build-Unterstützung.

Entwickler, denen das kostenlose, aber abgespeckte Visual Studio Express reicht, oder Teams mit Visual-Studio-Lizenzen können bei einer Größe von bis zu fünf Entwicklern den neuen Dienst kostenlos einsetzen, ein weiterer Anwender kostet in der Übergangsphase 10 US-Dollar pro Monat, später dann 20 US-Dollar. Microsoft bietet zusätzlich eine Professional-Variante an, die mit Visual Studio Professional in der Desktop-Variante und den zusätzlichen Cloud-Diensten angeboten wird. Hierfür müssen Teams bis zu zehn Entwicklern monatlich zwischen 22,50 und 45 US-Dollar pro Nutzer bezahlen.

Schließlich gibt es noch Visual Studio Online Advanced, bei dem zwar die Desktop-Version der IDE fehlt, dafür aber keine Beschränkungen bei der Nutzerzahl gemacht werden. Diese Ausgabe enthält außerdem zusätzliche Reporting- und Collaboration-Funktionen und kostet monatlich zwischen 30 und 60 US-Dollar. Anwender von Visual Studio 2012 sollen die neuen Cloud-Features über das nun freigegebene Update 4 nutzen können. (ane)