VoltDB als relationale Alternative zu NoSQL-Datenbanken

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Datenbank-Pioneer Mike Stonebraker, im vergangenen Jahr Mitbegründer von VoltDB, LLC, hat eine als stabil bezeichnete Version des VoltDB-Datenbanksystems veröffentlicht. Es resultiert aus einem gemeinsamen Forschungsprojekt der Brown University, der Yale University, den HP Labs und dem Massachusetts Institute of Technology (MIT), an dem der Mitgründer der Open-Source-Datenbanken Postgres und Ingres als außerordentlicher Professor tätig ist. VoltDB wird als relationales Datenbankmanagementsystem bezeichnet, das Online Transaction Processing (OLTP) und SQL (Structured Query Language) verwendet.

Die Datenbank hält die Daten im Arbeitsspeicher vor beziehungsweise partitioniert und verteilt die Daten sowie eine sie ausführende SQL Engine auf die Prozessorkerne im Server oder in den Server-Clustern. Um den Eigenschaften der ACID-Datenbank-Benchmark zu genügen, verwendet VoltDB Thread-Partitionierungen, die selbstständig laufen, während die Daten selbst im Cluster repliziert werden. Die Datenbank soll den Angaben der Firma auf einem Dell PowerEdge R610 Cluster auf Basis von Intels Xeon-Prozessor X5550 5- bis 10-mal schneller sein als die NoSQL-Datenbank Cassandra und 45-mal schneller als eine relationale Oracle-Datenbank auf der gleichen Hardware. Zusätzlich soll sich VoltDB durch weitere Cluster annähernd linear skalieren lassen.

Die Firma sieht als Einsatzfeld für VoltDB vor allem Unternehmen im Finanzumfeld oder mit Webhintergrund, die viele Daten und ansteigende Transaktionen zu bewältigen haben. Es ist als Open Source unter der GNU General Public License (GPL) auf der Projekt-Website verfügbar. Eine kommerzielle Version bietet Stonebrakers Firma ab 15.000 US-Dollar pro Jahr für eine Cluster-Installation mit vier Knoten an. Zukünftige Versionen der kommerziellen Version sollen Management- und Überwachungswerkzeuge erhalten. (ane)