Web of Things ist offizieller W3C-Standard

Das W3C hat für die Standardisierung von IoT-Anwendungen die WoT Architecture und die WoT Thing Description zu offiziellen Recommendations erklärt.

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(Bild: NicoElNino/Shutterstock.com)

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  • Rainald Menge-Sonnentag

Drei Jahre nach Gründung der Arbeitsgruppe zur Standardisierung für Anwendungen im Internet der Dinge hat das World Wide Web Consortium (W3C) nun Web of Things Architecture und Thing Description zu W3C Recommendations erklärt. Damit erhebt das Konsortium die beiden Spezifikationen zu offiziellen Webstandards.

Das W3C hatte die Arbeitsgruppe Web of Things (WoT) 2017 mit dem Ziel gegründet, einen einheitlichen Application Layer für Anwendungen im Internet of Things (IoT) zu erstellen. Motivation war, dass Organisationen wie die Open Connectivity Foundation (OCF), die Open Mobile Alliance (OMA), die OPC Foundation, oneM2M und die Fairhair Alliance zwar Standards für spezielle vertikale Anwendungsfelder erstellt haben, die aber untereinander nicht kompatibel sind.

Der erste der beiden Standards, die das W3C nun verabschiedet, ist die WoT Architecture. Sie beschreibt die abstrakte Architektur: ein konzeptuelles Framework, das sich auf zahlreiche Anwendungsfälle übertragen lässt. Dabei verzichtet es explizit darauf, konkrete Mechanismen zu definieren oder konkrete Implementierungen vorzuschreiben.

Die WoT Thing Description beschreibt als zweiter Standard die Metadaten und die Interfaces eines sogenannten Thing beziehungsweise WebThing. Dabei kann es sich um ein physisches Endgerät oder eine virtuelle Einheit handeln. Die Thing Descriptions bieten Interaktionen zum Integrieren der Einheiten in die Anwendungen. Sie bieten den Einstiegspunkt in die Kommunikation mit den Geräten oder Einheiten und sind vergleichbar mit index.html für Websites.

Erklärtes Ziel der WoT-Arbeitsgruppe war von Anbeginn, vorhandene Standards zu verbinden und nicht zu ersetzen. Außerdem konzentriert sich das W3C auf die Anwendungs- und nicht die Netzwerkschicht. Die Architektur setzt in erster Linie auf Web-Techniken wie REST, JSON, HTTP und WebSocket.

Web of Things ist ein allgemeiner Application Layer für IoT-Anwendungen.

(Bild: W3C)

WoT zielt auf das komplette Spektrum des Internet der Dinge vom Smart Home über industriellen Sektor bis zu Smart City. Es soll die unterschiedlichen Ökosysteme der Hersteller und Organisationen verbinden und den kompletten Bereich vom Endgerät über den Edge bis zur Cloud abdecken.

Der WoT-Standard ist bereits in einige Projekte und Tools integriert, darunter Mozillas WebThings, Eclipse Thingweb node-wot und Node-RED. Auch die Gebäudemanagementplattform Desigo CC von Siemens setzt auf WoT.

Das W3C kennt für den Standardisierungsprozess vier Stufen beziehungsweise Reifegrade (Maturity Levels): Auf den ersten Working Draft (WD) folgt die Candidate Recommendation (CR). Die Proposed Recommendation (PR) ist die dritte Stufe, die schließlich in der endgültigen W3C Recommendation (REC) mündet.

Ende Januar hatte die WoT Working Group ihre Charta aktualisiert, um die Arbeiten für die zweite Generation des WoT anzugehen. Geplant sind unter anderem Methoden für die einfache und sichere Integration von Things, Interoperabilitätsprofile für spezielle Anwendungsfelder und spezifische Topologien sowie ein Vokabular für neue Protokolle. Die aktuelle Charta läuft bis Ende Januar 2022.

WoT auf der IIoT Conference

Vom 7. bis 8. Dezember findet in München im Rahmen der automatica die IIoT Conference 2020 statt. Die von heise Developer, iX und dem dpunkt.verlag ausgerichtete Konferenz möchte die Brücke schlagen zwischen Ingenieuren und Automationstechnikern, die zunehmend mit Softwarethemen in Berührung kommen, auf der einen und Softwareentwicklern sowie IT-Profis, die im Bereich Robotik und Automation tätig sind, auf der anderen Seite.

Der Vortrag "IoT at Web Scale" beleuchtet die WoT Thing Description im industriellen Vorfeld. Der Referent Sebastian Käbisch hat den Standard maßgeblich mitgestaltet und ist einer der Vorsitzenden der WoT Working Group.

Weitere Details zum Web of Things lassen sich der Pressemitteilung des W3C entnehmen. (rme)