Webframework Rails 4.2 erschienen

Als das vermutlich am besten getestete Release des Webframeworks seit langer Zeit sieht sein Erfinder Rails 4.2 an. Aber auch Features wie eine einheitliche API für Queue-Systeme und Foreign-Key Constraints dürften auf Interesse stoßen.

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Rails 4.2 erschienen
Von
  • Alexander Neumann

Zwar ist es mittlerweile etwas ruhiger um das vor zehn Jahren erstmals vorgestellten Web-Frameworks Ruby on Rails geworden, mit der Version 4.2 ist nun in diesem Jahr aber schon das zweite größere Update des in Ruby geschriebenen Frameworks erschienen, das vor einer Dekade die Webentwicklung revolutionierte. Das lag an Konzepten wie "Don't repeat yourself" (DRY) und "Convention over Configuration", die dabei unterstützen, wartbaren Programmcode stets cleverem Code vorzuziehen.

Als womöglich wichtigste Neuerung des neuen Releases ist die einheitliche API für Queue-Systeme ActiveJob anzusehen, mit der sich in der Webentwicklung bestimmte Aufgaben außerhalb des Request/Response-Zyklus ausführen lässt. Hierbei ist aber zu beachten, dass Rails standardmäßig eine synchrone Ausführung über ActiveJob durchführt. Entwickler müssen sich weiterhin eigenständig um die asynchrone Ausführung von Aufgaben kümmern.

Mit der Web Console haben David Heinemeier Hannson, der Erfinder von Rails, und seine Mitstreiter außerdem ein Tool für das lokale Debugging eingeführt. Die bisherigen Fehlerseiten, die den Stacktrace einer Exception im Browser darstellen, bieten dadurch auch im unteren Bereich eine Terminal-artige Konsole an, wo sich beliebiger Ruby-Code eingeben, ausführen und an geeigneter Stelle korrigieren lässt. Darüber hinaus lässt sich die Web Console in einem selbst definierten Kontext des aktuellen Requests ausführen.

Eingeführt wurden zudem echte Foreign-Key Constraints, die sich über Datenbankmigrationen, also dem Ruby-Code, der für das Erzeugen der Datenbank-DDL-Statements (Data Definition Language) zuständig ist, hinzufügen beziehungsweise entfernen lassen. Derzeit werden hier die Datenbankadapter für MySQL und PostgreSQL unterstützt.

Weitere Neuerungenn sind ein neuer auf Nokogiri basierender HTML-Sanitizer. Nokogiri ist der unter Ruby-Entwicklern am häufigsten genutzte HTML- und XML-Parser. Ebenfalls neu ist ein für alle Konfigurationen angeglichener Standardwert für den Log-Level. Schließlich haben die Entwickler an der Performance des Webframeworks, besonders beim Datenbankabstraktionsmodul ActiveRecord, geschraubt.

Einen Ausblick in die nahe Zukunft von Rails geben die Entwickler auch noch. So ist die Version 4.2 das letzte große Release der 4er-Reihe. Die nächste Generation, Rails 5.0, soll die Vorzüge von Ruby 2.2 nutzen. Derzeit ist die eine Veröffentlichung für Herbst 2015 vorgesehen.

Siehe dazu auf heise Developer:

(ane)