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Wohin steuert IBM bei Domino und Notes?

Viele Domino-Entwickler befürchten schon seit längerem eine unsichere Zukunft für ihr angestammtes Aufgabengebiet. Das kulminiert derzeit in etlichen kritischen Blog-Beiträgen. Vielleicht tritt aber schon nächsten Monat etwas Ruhe ein.

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Wohin steuert IBM bei Domino und Notes hin?

Nachdem sich IBM in den vergangenen Jahren zunehmend verhaltener über die Zukunft des Domino-Servers geäußert hat beziehungsweise etwaige Verlautbarungen in die Richtung ganz ausgeblieben sind, scheinen einige Domino-Entwickler nun die Geduld mit Big Blue verloren zu haben, was sich in mehreren kritischen Blog-Beiträgen manifestiert.

So vermissen sie Ankündigungen zu neuen Domino-Releases. Sie mokieren sich außerdem, dass IBM den Support für die aktuelle, aber auch schon ältere Version (9.0.1) um zwei Jahre verlängert habe, und sie beanstanden, dass es seit über drei Jahren kein neues Release gegeben habe. Das nächste wird auch nicht etwa das lang erwartete 9.0.2-Release, sondern das Notes Domino 9.0.1 Fix Pack 7, das für September angekündigt ist. Dazu passt außerdem, dass Peter Janzen, langjähriger Produktmanager für IBM Notes und Domino, kürzlich seinen letzten Arbeitstag bei IBM hatte, was für manchen das Ende einer Ära darstellt.

Zudem hat Inhi Cho Su, seit März 2016 neue Managern für IBM Collaboration Solutions (früher IBM Lotus Software), Domino in ihrer Präsentation zur gegenwärtigen Roadmap offenbar mit keinem Wort bedacht. Vielmehr liegt, wie sich später herausgestellt hat, der Fokus nun mehr auf einer On-Premise-Variante von Verse, IBMs Cloud-basierter SaaS-/Hosting-Plattform für Messaging.

IBM Champion Oliver Busse beobachtet, dass sich Kunden aufgrund der unsicheren Situation nach Alternativen umschauen würden. Selbst viele Berater, die ihr Geschäftsmodell bislang an Domino ausgerichtet hätten, seien dabei, sich neu zu orientieren, wo IBM keine Klarheit für die nahe Zukunft geben würde. Die Frage, was nach dem Auslaufen des Supports in zwei Jahren passiere, scheint gerechtfertigt, zumal viele Kunden IBMs Cloud-Ausrichtung auf die Platform as a Service Bluemix laut Busse nicht schätzen.

Martin Jimoch vergleicht die derzeitige Notes-/Domino-Situation mit der Cobol-Programmierung. Einige würden mit der Wartung bestehender Anwendungen noch einige Jahre gutes Geld verdienen, eine langfristige Zukunft gebe es aber nicht. Deswegen empfiehlt Jimoch, sich nach neuen Geschäftsfeldern umzusehen. Zudem spekuliert er, dass IBM künftig Services für die Migration zu anderen Plattformen anbieten werde, mit denen das Unternehmen weiterhin wie bei der Erneuerung der Lizenzen gutes Geld verdienen werde.

Etwas Hoffnung findet sich im Beitrag von Johnny Oldenburger, der von einer offiziellen Ankündigung weiß, die es von IBM im nächsten Monat geben soll. In ihr soll es um die Lebenszyklusrichtlinien für Notes und Domino 9.0.x gehen. Vielleicht gebe es gar eine Verlautbarung zum Release von Notes Domino 9.0.2. Offenbar bleibe IBM der Notes- beziehungsweise Domino-Community verbunden, Oldenburger verweist hierfür auf Features der jüngeren Vergangenheit wie IBM Client Application Access und Mail-Support für Microsoft Outlook. (ane)