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World Quality Report 2014: Innovationen erstmals wichtiger als Altsysteme

Der steigende Druck auf Unternehmen, eine sichere und stabile Anwendung zu garantieren, wertet sowohl die Qualitätssicherung über den kompletten Anwendungslebenszyklus hinweg auf als auch das Testen an sich.

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Zum ersten Mal geben Unternehmen offenbar mehr aus, um neue IT-Systeme zu testen als für die Sicherung und Modernisierung von Altsystemen. Das geht als ein Ergebnis des zum sechsten Mal von Capgemini, Sogeti und HP durchgeführten World Quality Report hervor, für den über 1500 IT- und Projektverantwortliche aus 25 Ländern befragt wurden. Wie in den Vorjahren konzentriert sich der gegen Registrierung erhältliche Bericht auf Organisationen mit mindestens tausend Mitarbeitern in ihrer Region.

Die sechste Auflage des World Quality Report ist kostenlos als PDF zu beziehen.

Der durchschnittliche Anteil am IT-Budget sei für das Testen 2014 auf ein Rekordhoch von 26 Prozent gestiegen (2012: 18 Prozent; 2013: 23 Prozent). Bis 2017 erwarten die Studienautoren dann knapp 29 Prozent. Sie erklären den kontinuierlichen Anstieg damit, dass Unternehmen, angefeuert durch das Online-Feedback der Endnutzer etwa in sozialen Netzen, immer deutlicher spürten, welch schlechten Einfluss Programmfehler und mangelnde Benutzerführung auf Unternehmensreputation und Markenwert haben können.

Mit 24 Prozent liegt der Testing-Anteil am IT-Budget in Deutschland anscheinend zwei Prozentpunkte unter dem weltweiten Durchschnitt. Mehr als die Hälfte der in Deutschland Befragten (61 Prozent) sehen die Kostenoptimierung als erstes Ziel, gefolgt von der Einhaltung gesetzlicher Regelungen (59 Prozent) sowie Business Intelligence und Analyse (56 Prozent). Dazu passe, dass deutsche Unternehmen wohl zunehmend auf Nearshore-Angebote setzen (von 18 auf 25 Prozent gestiegen).

Auch beim Testen in der Cloud haben die Deutschen offenbar aufgeholt und liegen mit 27 Prozent nur noch einen Punkt unter dem globalen Durchschnitt (2013: 16 Prozent). Die Anzahl der Befragten, die mobile Apps und Geräte testen, ist innerhalb eines Jahres gar um auf 84 Prozent (+44 Prozent) gestiegen.

Der Großteil des Budgets (52 Prozent; 2012: 41 Prozent) ist anscheinend für das Testen neuer Anwendungen eingeplant. Das spiegelt sich in der Unterteilung des Budgets in Entwicklungen im Bereich Big Data (40 Prozent) und neue Cloud-Initiativen (27 Prozent) – dafür sind den Studienbetreibern zufolge sowohl spezielle Methoden als auch besondere Fähigkeiten gefragt, wie die festgestellten steigenden Personalausgaben (von 23 auf 35 Prozent in diesem Jahr) bestätigen.

Sowohl Security- und Performancetests (59 und 57 Prozent) als auch die Verknüpfung des Testens mit Cloud-Angeboten werden offenbar besonders wichtig. Bei mobilen Anwendungen stehe vor allem die Sicherheit im Fokus (54 Prozent). Nichtsdestoweniger haben vier von zehn Befragten jedoch gestanden, dass sie für einen qualitativen Test ihrer Apps nicht genügend Zeit hätten.

Agile Methoden werden des Weiteren zunehmend beliebter – auch im Management: Neun von zehn Unternehmen nutzen sie inzwischen. Einigen fehle jedoch dem Report zufolge der richtige agile Testing-Ansatz (61 Prozent), andere täten sich schwer mit der Testautomatisierung (55 Prozent), auch die Identifikation der richtigen Werkzeuge bleibe eine Herausforderung (42 Prozent).

Noch immer genießen Kosteneinsparungen bei der Testinfrastruktur eine hohe Priorität, im Gegenzug gewinnen Virtualisierung und Software as a Service (Saas) zunehmend an Anhängern. Nach einem kurzen Rückgang im vorigen Jahr stieg die Akzeptanz von Cloud-Diensten für Hosting und Testing-Anwendungen 2014 auf 32 Prozent. Für 2017 werden dann schon 40 Prozent prognostiziert. (ane)