World Quality Report 2018: Deutsche Unternehmen setzen auf KI-basiertes Testing

Dank vermehrten Einsatzes von KI und Automatisierung genießt die Kundenzufriedenheit bei der Qualitätssicherung erstmals oberste Priorität.

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World Quality Report 2018: Deutsche Unternehmen setzen auf KI-basiertes Testing

(Bild: Capgemini)

Seit 2009 veröffentlichen Capgemini und Sogeti mit unterschiedlichen Partnern den World Quality Report. Er fasst Ergebnisse einer weltweiten Befragung zur Anwendungsqualität und Testing-Verfahren zusammen. In der diese Woche herausgegebenen zehnten Auflage wurde die Customer Experience erstmals als wichtigster Faktor zur Qualitätssicherung genannt. Darüber hinaus werden Künstliche Intelligenz (KI) und Machine Learning sowie ihr Einsatz im Bereich "intelligenter" Automatisierung als stärkste disruptive Treiber herangezogen, um die Transformation in Qualitätssicherung und Testing in den nächsten zwei bis drei Jahren voranzutreiben.

In der Gesamtbewertung des Reports war es die "Sicherstellung der Endkundenzufriedenheit", die mit der höchsten Priorität benotet wurde – mit einem durchschnittlichen Gesamtergebnis von 5,85 von insgesamt sieben Punkten. Darauf folgen das "Erkennen der Softwarefehler vor dem Go-Live" und die "Steigerung der Qualität von Software oder Produkt" mit jeweils 5,81 Punkten.

In Deutschland wird derzeit mehr Wert auf KI-basiertes Testen gelegt: Viele Unternehmen besitzen bereits eine KI hierfür oder haben eine solche für externe Prozesse geplant. Deutschland liegt hier mit 53 Prozentpunkten deutlich über dem globalen Schnitt von 45 Prozent. Etwas mehr als ein Drittel der deutschen Befragten gaben außerdem an, dass sie Predictive Analytics zur QS-Optimierung nutzen. Auch Open-Source-Werkzeuge werden hierzulande zunehmend beliebter, da sie sich leicht in DevOps- und agile Umgebungen integrieren lassen.

Bis zu 45 Prozent der Befragten gab an, eine Art intelligente Automatisierung anwenden. 57 Prozent experimentieren offenbar mit neuen Ansätzen beim Testen intelligenter Anwendungen, darunter unter anderem mit Elementen von KI und Machine Learning. Darüber hinaus geben 59 Prozent der Unternehmen an, dass sie sich im kommenden Jahr voraussichtlich auf Predictive Analytics konzentrieren werden, während 54 Prozent an robotergesteuerter Prozessautomatisierung und 36 Prozent an Machine Learning interessiert sind.

Der World Quality Report 2018 zeigt, dass der Zugang zur erforderlichen Fachkompetenz zu einer Herausforderung geworden ist. Mehr als ein Drittel (36 Prozent) der Befragten ist der Ansicht, dass vielen Fachleuten die notwendige Kompetenz fehlt, um ein angemessenes Verständnis von KI-Implikationen bei Geschäftsprozessen zu haben. 31 Prozent sind sogar der Meinung, dass das eigene Data-Science-Skillset nicht ausreicht.

Ausmaß, in dem KI die von QS- und Testprofis erwarteten Fähigkeiten verändert (WQR)

Für die Studie wurden rund 1700 CIOs und Senior Technology Professionals (125 davon aus Deutschland) aus zehn Wirtschaftszweigen) in 32 Ländern befragt. Die jüngste Ausgabe des Reports wurde erstmalig um computergestützte Telefoninterviews ergänzt und basiert auf quantitativen Interviews, gefolgt von qualitativen, intensiven Diskussionen. Den Report kann man gegen Eingabe persönlicher Daten kostenlos beziehen. (ane)