World Quality Report: Budgets für Software Testing und Qualitätssicherung sinken weiter

Alljährlich widmet sich der World Quality Report dem Umgang mit Anwendungsqualität und Testing-Verfahren. Agile Prozesse und DevOps bereiten Testern weiterhin Probleme, größter Wert wird unverändert auf die Qualitätssteigerung gelegt.

 –  14 Kommentare
World Quality Report: Budgets für Software Testing und Qualitätssicherung sinken weiter

(Bild: World Quality Report)

Anzeige

Der sich bereits im vergangenen Jahr andeutende Trend zur Kostensenkung setzt sich auch im laufenden Jahr fort: Die für Software Testing und Qualitätssicherung (QS) bereitgestellten Gelder machen inzwischen nur noch rund 24 Prozent des gesamten IT-Budgets in den befragten Unternehmen aus. Das ergibt der seit 2009 von Capgemini und Sogeti jährlich veröffentlichte World Quality Report, der nun in der aktuell neunten Auflage vorliegt.

Die Studienherausgeber sehen aber trotz dieser Entwicklung keinen grundsätzlichen Wandel in der Einstellung: Qualität stehe nach wie vor stärker im Fokus als die Kostensenkung. Die höhere Nachfrage nach Tests mobiler Anwendungen und im Internet der Dinge (IoT) werde mittelfristig zu einem erneuten Anstieg der Budgets führen. Bis 2020 soll der Anteil am IT-Budget wieder auf etwa 32 Prozent klettern.

Anzeige
Der World Quality Report in der neunten Auflage.

Um angesichts derzeit schwindender Budgets weiterhin geprüfte Softwarequalität gewährleisten zu können, setzen insbesondere IT-Leiter hierzulande noch stärker auf Testautomatisierung und die sogenannten Smart-Testing-Technologien. Deutschland nimmt in dieser Hinsicht bereits eine führende Rolle im internationalen Vergleich ein. 18 Prozent der Testdaten werden hierzulande mit Hilfe von Testdaten-Tools automatisiert ermittelt. Ebenso hoch liegt der Anteil der funktionalen Testfälle, die unter Einsatz von Testerzeugungs-Tools automatisiert erfolgen. Die weltweiten Vergleichswerte liegen im Durchschnitt jeweils nur bei 16 Prozent.

Die größten Schwierigkeiten sehen die Befragten bei der Integration der Automatisierungstools sowie bei der fehlenden Unterstützung für mobiles Testen. Aber auch der Umgang mit exponentiell wachsenden Datensätzen, fluiden Anwendungen auf Basis von künstlicher Intelligenz sowie die für Mai 2018 anstehende rechtsverbindliche Umsetzung der neuen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) bereiten gut der Hälfte der Organisationen Sorgen.

Der weiterhin stark zunehmende Einsatz neuer agiler Methoden und DevOps bereitet vor allem den in klassischen zentralen Testing Centers of Excellence (TCoE) aufgestellten Organisationen große Probleme. Die Betroffenen suchen nach neuen Wegen.

Ein Teil der Befragten erhofft sich beispielsweise mehr Flexibilität durch die Verlagerung von Testpersonal in die Entwicklungsteams. Für die größten Herausforderungen von Agile – den Mangel an Daten und instabile Umgebungen – müssen sich aber neue Test- und Qualitätssicherungsmodelle erst noch entwickeln. (map)

Anzeige