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World Quality Report: IT-Budgets für Qualitätssicherung steigen

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Die Ausgaben für Software-Testing und Qualitätssicherung machen mittlerweile 23 Prozent der weltweiten IT-Budgets aus. Der durchschnittliche Anteil der Ausgaben ist damit 5 Prozent höher als noch im Vorjahr. Das geht als ein Ergebnis des zum fünften Mal von Capgemini/Sogeti und HP durchgeführten World Quality Report hervor, für den weltweit 1500 IT- und Projektverantwortliche telefonisch befragt wurden. Wie 2012 konzentriert sich der Bericht auf Organisationen mit mindestens tausend Mitarbeitern in ihrer Region.

Viele Unternehmen verfolgen bei der Qualitätssicherung offenbar einen zunehmend strategischen, zentralisierten und wirtschaftlichen Ansatz. Waren es im Vorjahr noch 8 Prozent, hätten nun mehr als ein Viertel der Befragten ihre QS-Abteilungen nachhaltig und unternehmensweit über Projekte und Sparten hinweg ausgebaut. Fast ein Fünftel der Studienteilnehmer gab zudem an, ein Testing Center of Excellence (TCOE) eingerichtet zu haben – vergangenes Jahr waren es noch 6 Prozent.

Ausbaufähig ist noch der Bereich Mobile Testing, obgleich der Report hier eine deutliche Zunahme der Aktivitäten von 31 Prozent im Vorjahr auf 55 Prozent konstatiert. 45 Prozent der Befragten validiere Funktionalität, Leistung und Sicherheit ihrer Apps und Endgeräte jedoch immer noch unzureichend – obgleich sie für Mitarbeiter und Kunden wichtiger würden. Größtes Hindernis für das Mobile Testing ist nach Meinung von 56 Prozent der Studienteilnehmer der Mangel an spezialisierten Methoden. Knapp die Hälfte gab an, noch keinen Experten für das Thema gefunden zu haben.

Für Deutschland, aus dem 8 Prozent der Report-Teilnehmer kommen, zeichnen sich drei Trends ab: Derzeit investieren die Unternehmen 22 Prozent ihrer IT-Budgets in die Qualitätssicherung, das sind 2 Prozent mehr als 2012. Die Herausgeber der Studie erwarten, dass der Anteil in den kommenden zwei Jahren auf bis zu 26 Prozent anwachse. Bei Outsourcing und gemanagten Testing-Services sind deutsche Unternehmen anscheinend überdurchschnittlich vorsichtig: Die Hälfte aller Testprojekte werde "in-house" durchgeführt. Im Vergleich dazu sind es weltweit durchschnittlich 41 Prozent. Nur ein Prozent der deutschen Teilnehmer gab an, dass sie ihr Testzentrum komplett von einem externen Dienstleister betreiben ließen – weltweit sind es in der Studie 9 Prozent.

Bei der Einführung von Cloud-Anwendungen verhalten sich deutsche Organisationen ebenfalls eher konservativ. Als Gründe dafür werden Datenschutzbestimmungen und eine generell vorsichtigere Haltung gegenüber neuen Techniken genannt. Durchschnittlich 16 Prozent aller Applikationen werden hier in die Cloud migriert und von dort betrieben, weltweit sind das 20 Prozent). Langfristig ist hier wohl ein Umdenken angesagt, denn die finanziellen Vorteile durch den Cloud-Einsatz würden zunehmend die Bedenken überwiegen werden, sodass bis 2015 schon knapp ein Viertel aller Applikationen deutscher Unternehmen in der Cloud angesiedelt sein könnten. (ane)