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Zoff in der Node.js-Community

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In der Node.js-Community gehen die Wogen hoch her. Unfreiwilliger Auslöser war Ben Noordhuis, der einen Git-Pull-Request nicht akzeptiert hatte, durch den das männliche "him" durch ein geschlechtsneutrales "them" im Node.js-Plattform-Layer libuv ausgetauscht werden sollte. Isaac Schlueter, der die Projektleitung der Node.js-Entwicklung vom Erfinder des eventgetriebenen, nicht blockenden I/O-Frameworks vor knapp zwei Jahren übernommen hatte, hatte wiederum den Request angenommen.

Daraus entwickelte sich eine hitzig und teilweise diffamierend geführte Verbalschlacht, in deren Folge Noordhuis seinen Rücktritt aus der Entwicklung am Node.js-Kern bekannt gegeben hatte. Bei der Auseinandersetzung geht es jedoch vermutlich um mehr, denn Noordhuis ist Mitbegründer des Start-up-Unternehmens StrongLoop, und Schlueter sowie einige der in die Diskussion involvierten Mitstreiter arbeiten für Joyent. Sowohl StrongLoop als auch Joyent positionieren sich als wegweisende Unternehmen für einen professionellen Node.js-Einsatz. Während Joyent als Arbeitgeber von Dahl und Schlueter quasi von Anbeginn maßgeblich die Geschicke des Frameworks gesteuert hat, ist StrongLoop hier der neue Herausforderer.

Auf die unschöne Auseinandersetzung folgte schon bald eine weitere Diskussion, bei der es um die Frage geht, die Node.js-Entwicklung von Joyent zu entkoppeln und in eine unabhängige Organisation zu überführen. Es fallen hier Namen wie die Apache Software Foundation oder die Eclipse Foundation, wobei beide Organisationen bislang wenig oder nur geringen Erfolg mit JavaScript-Projekten aufzuweisen haben. Die Eclipse Foundation führt mit vert.x bereits ein mit Node.js vergleichbares Projekt für Java-Entwickler, was zumindest interessante Synergieeffekte nach sich ziehen könnte. Eine weitere, wenn auch aufwendige Option stellt die Gründung einer eigenen Foundation dar, selbst über einen Fork wird spekuliert. (ane)