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Zowe-Projekt spendiert dem Mainframe eine GUI

Mehrere Unternehmen gehen den Versuch an, mit einer zeitgemäßen Oberfläche Mainframes mit anderen Systemen im DevOps-Prozess in Einklang zu bringen.

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Das Open Mainframe Project der Linux Foundation hat kürzlich mit Zowe einen Ansatz vorgestellt, der erstmals eine grafische Weboberfläche zum Mainframe bringen soll. Während es bisher möglich war, ein Linux-Betriebssystem mit einer GUI auf einem Mainframe zu betreiben, hatte aber das zentrale zOS-Mainframe-Betriebssystem von IBM keine grafische Benutzeroberfläche.

Ziel von Zowe ist es, Entwicklern die Entwicklung und Bereitstellung von Mainframes zu erleichtern. So soll eine neue Generation von IT-Administratoren für die Mainframe-Plattformen gewonnen werden. Um dieses Ziel zu erreichen, bietet Zowe Zugriff auf ein erweiterbares z/OS-Framework, das neue APIs und z/OS-REST-Services bereitstellt. Die sollen helfen, Mainframes in den größeren Umfang eines integrierten DevOps-Prozesses zu bringen, der mehrere Plattformen umfasst.

Konkret bedeutet das, dass Zowe aus vier Komponenten bestehen soll:

  • APIs: z/OS verfügt über eine Reihe von REST-APIs, die von der z/OS-Verwaltungsfunktion (z/OSMF) zur Verfügung gestellt werden. Zowe verwendet diese REST-APIs zum Senden von Aufträgen, Arbeiten mit der JES-Warteschlange (Job Entry Subsystem) und Bearbeiten von USS- (Unix System Services) oder MVS-Datensätzen (Multiple Virtual Storage). Die Zowe Explorers sind visuelle Entsprechungen dieser APIs, die in die Zowe-Web-UI-Anwendung eingebunden sind. Sie fungieren als erweiterbares Framework, das neue z/OS-REST-Services zur Transformation von Enterprise-Tools und DevOps-Prozessen bietet, um neue Technologien, Sprachen und zeitgemäße Workflows zu integrieren.
  • Der API Mediation Layer besteht aus weiteren Komponenten: ein API-Gateway auf Basis von Netflix Zuul und Spring Boot, ein Discovery Service auf Basis von Eureka und Spring Boot sowie einem API-Katalog.
  • Web UI namens zLUX: Die Benutzeroberfläche arbeitet mit den REST-APIs für Daten, Jobs und Subsysteme zusammen und stellt die Informationen im Vergleich zur Befehlszeile in einem Vollbildmodus dar. Dies ist eine native und erweiterbare z/OS-Webbenutzeroberfläche, die eine vereinheitlichte User Experience bietet.
  • Command Line Interface: Die CLI ermöglicht Benutzern die Interaktion mit z/OS von einer Vielzahl anderer Plattformen, zum Beispiel Cloud- oder verteilten Systemen, um Aufträge zu senden, TSO- (Time-Sharing Option) und z/OS-Konsolenbefehle auszugeben, z/OS-Aktionen in Skripts zu integrieren und Antworten als JSON-Dokumente zu erzeugen. Mit dieser erweiterbaren und skriptfähigen Schnittstelle soll man Mainframes an verteilte DevOps-Pipelines anschließen und eine Automatisierung erstellen können.

Hinter dem Zowe-Projekt stehen IBM, CA Technologies und Rocket Software. Letzteres Unternehmen ist nun ein neues Mitglied des 2015 gegründeten Open Mainframe Project. Alle haben ein Interesse daran, DevOps-Tools und -Prozesse zu nutzen, um die Schranken zu beseitigen, die derzeit zwischen Mainframes und anderen Plattformen existieren. (ane)