Zweifel an Microsofts Integration dynamischer Sprachen in .NET

Mit Jimmy Schementi verlässt einer der Hauptverantwortlichen von IronRuby den Redmonder Konzern, nicht ohne Zweifel an Microsofts wahren Absichten für die Integration dynamischer Sprachen in .NET zu äußern.

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Von
  • Alexander Neumann

Jimmy Schementi, vormals verantwortlich für die IronRuby-Entwicklung bei Microsoft

(Bild: blog.jimmy.schementi.com)

Jimmy Schementi, einer von zwei Hauptverantwortlichen der IronRuby-Entwicklung, hat Ende Juli seinen Arbeitgeber Microsoft verlassen, wie der Entwickler an der .NET-Implementierung der Ruby-Programmiersprache jetzt in einem Blog-Eintrag bekannt gegeben hat. Doch Schementi verlässt die Redmonder nicht ohne deutliche Kritik an Microsofts Strategie hinsichtlich der Einbindung dynamischer Skript-Sprachen in die Techniken der Redmonder zu üben, lässt man des Konzerns Bemühungen bei der JavaScript-Unterstützung in der zukünftigen Version des Internet Explorer außen vor.

Vor über einem Jahr schon sei Schementis Team halbiert worden, wodurch es nur noch sehr begrenzt in der Lage gewesen wäre, etwas Neues zu entwickeln. Bei seinem Austritt aus der Firma waren es mit ihm nur noch zwei Entwickler. Darin habe auch der Grund gelegen, weswegen es so lange gebraucht habe, die Visual-Studio-Unterstützung für IronPython fertigzustellen, Microsofts .NET-Implementierung für die Skriptsprache Python. Aus dem gleichen Grund gibt es bislang auch noch keine IDE-Unterstützung in Visual Studio für IronRuby.

Die Halbierung des Teams sei ihm damals mit den üblichen Gründen vermittelt worden, die das mittlere Management eines großen Softwareentwicklungsunternehmens in solchen Fällen angebe. Schementi sieht eine große Kluft zwischen dem, was Microsoft versprochen hat, und dem, was umzusetzen geht. Das Fass zum Überlaufen habe schließlich gebracht, dass sein Vorgesetzter ihn danach gefragt habe, was er denn außer der Ruby-Entwicklung noch alles machen könne.

Schementi, der 2007 extra wegen Einbindung von Skriptsprachen in .NET zu Microsoft gekommen war, fängt nun bei einem technischem Beratungsunternehmen im Finanzumfeld in New York an. Er will auch weiterhin als Kernentwickler der IronRuby-Entwicklung verbunden bleiben – nur eben nicht mehr als Vollzeitkraft.

Der IronRuby-Entwickler bescheinigt sich und seinem Team bei Microsoft eine gute Arbeit. Sie hätten Python und Ruby erfolgreich in .NET integriert, die API der Dynamic Language Runtime entwickelt und für ihre Integration mit Silverlight und ASP.NET gesorgt. Schließlich forderte Schementi die Entwickler-Community dazu auf, die Verantwortlichen für diese Projekte bei Microsoft, Scott Wiltamuth und Jason Zander, dazu zu bewegen, an den Entwicklungen festzuhalten. (ane)