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npm will Werbe-Banner im Paketmanager untersagen

Nach Kritik aus der Developer-Community macht "Standard"-Entwickler Feross einen Rückzieher bei der Werbevermarktung über den npm-Installer.

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(Bild: feross.org )

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"Das Experiment ist vorbei" – mit diesen Worten beendet Feross Aboukhadijeh, Entwickler der JavaScript-Library Standard, seinen erst vor wenigen Tagen gestarteten Versuch, über Werbebannereinblendung im npm-Installer Einnahmen zur Kompensierung der Kosten seiner Open-Source-Entwicklungsarbeit zu generieren. Die bei der Installation von Standard Version 14 auf der Kommandozeile eingeblendeten Werbebanner trafen auf massiven Widerstand in der Community. Nicht nur npm, sondern auch die beiden Beteiligten Werbepartner LogRocket und Linode sehen sich angesichts der Kritik veranlasst, von weiteren solchen Experimenten abzusehen.

Gegenüber Medienvertretern von ZDnet in den USA kündigte npm-CTO Ahmad Nassri bereits konkrete Maßnahmen an, um die Platzierung von Werbung strikter regeln zu können. Demnach wolle npm künftig keine Pakete mehr zulassen, die entweder selbst als Werbung fungieren oder die Werbung während der Laufzeit, der Installationen oder einem beliebigen anderen Zeitpunkt einblenden. Allein Pakete, die lediglich Code enthalten, der sich für Werbeeinblendungen nutzen lasse, sollen auch weiterhin gestattet bleiben.

Damit zielt npm auf das von Feross speziell für sein Experiment entworfene Funding-Paket ab, das auch anderen Open-Source-Entwicklern zur Verfügung gestellt werden sollte. Als Reaktion auf die überwiegend ablehnenden Reaktionen auf das Werbeexperiment hat Feross das Funding-Projekt zusammen mit dem Experiment eingestellt. Der Widerstand gegen diese Bemühungen, Einnahmen zu generieren, ging so weit, dass sich Entwickler kethinov sogar veranlasst sah, den ersten CLI-Werbeblocker überhaupt zu bauen.

Die Diskussionen darüber, wie sich Open-Source-Entwicklung sowie die Vermarktung und der Support von Open-Source-Software nachhaltig finanzieren lassen, wird auch nach diesem neuen Versuch von Feross nicht abreißen. Der Interessenabgleich zwischen der Forderung nach frei zugänglicher und verwendbarer Software einerseits und dem Bedürfnis nach zumindest kostendeckender Finanzierung der Entwicklerarbeit auf der anderen Seite bleibt weiterhin offen. Vor diesem Hintergrund sind die wiederholten Bemühungen um neue Lizenzmodelle für Open Source ebenso nachvollziehbar, wie das von Feross angestoßene Experiment auf der Suche nach neuen Wegen für die Vergütung von (freischaffenden) Entwicklern.

Siehe dazu auf heise Developer:

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