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Euer PC startet nicht - Was tun?

Tipps zum Vorgehen, wenn der Computer nicht hochfährt

Wer einen PC einschaltet, hat danach in der Regel das Glück, dass dieser hochfährt und einwandfrei startet. Aber was macht man, wenn der Computer nicht bootet? Ich gebe euch Tipps für diesen unglücklichen Fall.

Wenn der Computer nach dem Druck auf den Einschaltknopf nicht wie gewünscht startet und der Bildschirm schwarz bleibt, kann das mehrere Gründe haben. Im Idealfall hat man einfach nur vergessen, den Stecker reinzustecken, oder die Putzfrau hat ihn herausgezogen, um den Staubsauger mit Strom zu versorgen.

Sind Stromversorgung und Netzteil ok, wird es schwieriger. Denn dann gibt es womöglich ein Problem mit einem anderen Hardware-Bauteil oder dem Betriebssystem. Ist die Hardware schuld, startet unter Umständen nicht einmal das BIOS, das vor dem Start des Betriebssystems einen rudimentären Hardwarecheck durchführt. In diesem Fall lässt sich auch ein Helferlein wie Live-Linux nicht von der DVD hochfahren und man muss den Computer reparieren und gegebenenfalls Netzteil, Mainboard, Grafikkarte, RAM oder CPU austauschen.

Startet aber zum Beispiel Knoppix von DVD, USB-Stick oder SD-Karte, liegt vermutlich ein Software-Problem beim installierten Betriebssystem vor. Bevor ihr aber anfangt, am Rechner rumzudoktern, ist eine Sicherung des Betriebssystems sowie der Daten Pflicht und sollte im Idealfall bereits vorhanden sein.

Als Linux-Freund nutze ich dazu das Live-Linux Knoppix, das Freeware-Tools, unter anderem für die Image-Erstellung bereits mitbringt. Im ersten Schritt müsst ihr feststellen, welche Partitionen auf eurer Festplatte vorhanden sind und wo welche Daten liegen. Gerade bei vorinstallierten Windows-Rechnern nutzt Windows allein schon mehrere Partitionen. Hinzu kommen noch die Datenpartitionen und die Sektoren für MBR, GPT und Bootloader. Letztere liegen auf Festplatten für Windows ab Vista auf den ersten 2048 jeweils 512 Bytes großen Sektoren, und sind somit 1 Megabyte groß.

Das Live-Linux Knoppix startet unabhängig vom installierten Betriebssystem. Die enthaltenen Freeware-Tools sichern unter anderem Partitionen und Sektoren der Festplatte, sodass sich später der Computer damit wieder auf diesen Zustand zurücksetzen lässt.

Um ein Image zu erstellen, könnt ihr unter Linux die Befehle dd, ddrescue oder ntfsclone nutzen. ntfsclone eignet sich für NTFS-Partitionen und berücksichtigt dabei nur die benutzten Bereiche, sodass ein Image nur so groß ist, wie die auf der Partition enthaltenen Daten. dd erzeugt ein 1:1-Image der Partition und lässt sich für alle Dateisysteme wie Fat32, NTFS und EXT4 nutzen. ddrescue hingegen kommt bei beschädigten Partitionen zum Einsatz und kann auch mit Lesefehlern umgehen. Alle Programme sind über die Kommandozeile zu bedienen. Wer sich dies nicht zutraut, kann auch andere Backup-Software nutzen, die wir zum Beispiel im Special Backup-Software für Windows vorstellen.

Wenn es nicht an der Hardware liegt, das Betriebssystem aber dennoch nicht startet, lohnt sich ein Blick in die Einstellungen des BIOS beziehungsweise von UEFI. Wenn beispielsweise mehrere Personen Zugriff auf einen Rechner haben, kann durchaus einer davon etwas verstellt haben - entweder aus Unkenntnis oder aus Schabernack. Bei den Bootmedien muss natürlich dasjenige angegeben sein, auf dem sich das Betriebssystem befindet. In der Regel ist dies die Festplatte. Aber auch das DVD-Laufwerk sollte eingetragen sein, wenn man zum Beispiel ein Live-Linux starten möchte. Stehen DVD-Player, Diskettenlaufwerk oder Kartenleser vor der Festplatte in der Reihenfolge, kann dort durchaus ein Medium vorhanden sein, dass das Starten des Betriebssystems von der Festplatte verhindert. Ist dies der Fall, einfach das entsprechende Medium aus der Liste entfernen oder zumindest in der Reihenfolge nach hinten schieben und den Computer dann noch einmal starten.

Startet das Betriebssystem plötzlich mit einer Fehlermeldung, obwohl zuvor alles ok war, sollte man erst einmal überlegen, was die letzten Aktivitäten am Rechner waren. Bei mir streikte zum Beispiel ein vorinstalliertes Windows 7 Starter, nachdem ich Ubuntu 14.04 LTS installiert hatte. Aber wieso? Ich fand heraus, dass nach der Ubuntu-Installation die Festplatten-ID verändert worden war. Die einfachste Lösung war, sie mit hexedit auf den alten Wert zurückzusetzen. Das Windows 7 Starter fuhr nun wieder wie gewohnt hoch, und auf Ubuntu hatte die Änderung keinen Einfluss.

Ein weiteres Problem kann der Bootloader sein. In diesem Fall ist es gut, wenn ihr eine Boot-ISO wie die Super Grub2 Disk zur Hand habt, um Windows oder Linux zu starten. Die ISO lässt sich unter Windows und Linux auf CD brennen oder mit UNetbootin auf USB-Stick oder SD-Karte schreiben und von dort aus starten. Unter Linux lässt sich zudem dd verwenden, wobei als Ziel das Device für den USB-Stick oder die SD-Karte anzugeben ist.

Mit der Super Grub2 Disk lassen sich die auf dem Computer vorhandenen Betriebssysteme starten, wenn der Bootloader auf der Festplatte nicht mehr funktioniert.

Alternativ kann man mit dem Smart BootManager einen Bootbereich auf dem USB-Stick einrichten, um Windows zu starten. Allerdings ist der Smart BootManager schon älter und ließ sich unter Windows 10 nicht mehr auf einen USB-Stick schreiben. Unter Ubuntu gab es im Test aber keine Probleme. Der USB-Stick bootet den Smart BootManager und danach das installierte Windows.

Falls bei eurem Rechner die Festplatte an erster Stelle der Bootreihenfolge steht, müsst ihr das Bootmenü eures Rechners öffnen und dort das CD/DVD-Laufwerk, die SD-Karte oder den USB-Stick für den Start auswählen. Das Bootmenü öffnet sich, wenn man den Rechner einschaltet und auf F12 drückt. Wenn F12 nicht funktioniert könntet ihr auch Esc versuchen. Wenn das nicht funktioniert, müsst ihr die entsprechende Taste für euren Rechner oder euer Notebook googeln. Bei ganz alten Rechnern muss die Bootreihenfolge im BIOS geändert werden, wobei bei diesen alten Schätzchen das Booten von USB-Stick oft gar nicht vorgesehen ist und nur von Festplatte oder CD/DVD funktioniert.

Ist Windows normal oder durch das Drücken der Taste F8 im abgesicherten Modus gestartet, lässt sich der Windows-Bootloader von dort aus wiederherstellen. Dabei kommt es darauf an, ob der PC über ein BIOS oder den UEFI-Modus startet. Die Befehle sind abhängig von der Windows-Version. Unter Windows 7 auf einem Computer mit MBR helfen zum Beispiel bootrec /fixmbr, bootrec /fixboot, bootrec /scanos und bootrec /rebuildbcd. Zudem muss die Windows-Partition mit diskpart aktiv gesetzt werden, falls das noch nicht der Fall ist. Reparaturen lassen sich zudem mit dem Befehl bcdboot durchführen, das unter Windows 7, 8 und 10 bei BIOS/MBR- und UEFI/GPT- Systemen nutzbar ist.

Ein weiterer Grund für einen nicht bootenden Computer kann Schadsoftware sein, die sich in den Bootvorgang eingenistet hat und Probleme verursacht. Hier hilft Antiviren-Software wie Desinfec't. Die Live-DVD von der c't nutzt mehrere Virenscanner, um Viren zu finden und zu entfernen. Der Vorteil von Desinfec't ist, dass Windows nicht gestartet werden muss und sich die Viren deswegen nicht aktiv verstecken können.

Desinfec't durchsucht den Computer mit mehren Antivirenprogrammen und entfernt vorhandene Schadsoftware.

Ist Ransomware Schuld am verhinderten Computerstart, hilft prinzipiell nur die Neuinstallation, beziehungsweise das Zurückspielen von Sicherungs-Images und Backups, die natürlich nicht befallen sein dürfen.

Liegt das Bootproblem an einem Windows-Update oder an Registry-Einträgen, ist zur Hilfe ein Windows-Notfall-System die beste Wahl. Hierfür gibt es das c't-Notfall-Windows und den WinBuilder.

Mit dem WinBuilder lässt sich ein Rettungssystem auf Windows-Basis bauen, das sich für Windows-Systemreparaturen eignet.

Wenn der Rechner nicht hochfährt, können die Probleme vielfältig sein. Manche lassen sich schnell beheben wie ein herausgezogener Stromstecker. Andere bedürfen durchaus der Hilfe eines Fachmanns, wenn man sich mit Hardware- oder System-Reparatur nicht auskennt.

Deswegen kann ich nur jedem empfehlen, regelmäßig System-Sicherungen anzulegen, die man bei Problemen hervor holt, um damit den Rechner wieder funktionsfähig zu machen. Dies geht am besten von einem Sicherungssystem, das sich von DVD, USB-Stick oder SD-Karte booten lässt. So lassen sich Sicherungsimages unabhängig vom installierten Betriebssystem erstellen und zurück kopieren. Das ist besonders dann wichtig, wenn Schadsoftware die Probleme verursacht, da man nie weiß, ob beim Säubern des Systems nicht doch noch Reste zurückgeblieben sind.

Mein Favorit für Systemsicherungen ist das Live-Linux Knoppix, da hier das installierte Windows nicht laufen muss. Images der System-Partitionen lassen sich auf der Kommandozeile mit dd, ddrecue und ntfsclone erstellen und bei Bedarf wieder zurück kopieren. Vergessen solltet ihr aber auch nicht den Start- und Bootbereich der Festplatte.

Die sich ständig ändernden Anwendungsdaten sichert man entweder manuell auf externen Medien oder nutzt dazu Backup-Software, wie ich sie im Special Backup-Software für Windows vorgestellt habe.

Ich hoffe, meine Tipps helfen euch im Ernstfall weiter.

Euer Matthias

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