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Pokémon Go – Updates, Events, News

Was passiert in der Welt der virtuellen Taschenmonster?

20 Jahre nach dem ersten Pokemon-GameBoy-Spiel erschien 2016 Pokemon Go. Das Augmented-Reality-Game ließ Fans weltweit auf die Straße gehen – nicht zum Protestieren, sondern zum Zocken. Nun naht das einjährige Jubiläum des Spiels und ich habe mir angeschaut, was sich bis heute getan hat.

Es ist ein wenig still geworden um Pokemon – oder Pokémon, wenn man auf korrekte Schreibweise pocht. Pikachu und Kollegen kämpfen seit Jahren auf dem GameBoy und seinen Nachfolgern. Neben der Erweiterung des Taschenmonster-Kaders, Grafik-Verbesserungen und einigen kleinen, eher nebensächlichen Neuerungen tat sich in den fortschreitenden Editionen nach Blau und Rot eher wenig. Pokémon Go von Ingress-Macher Niantic versprach, der Franchise neues Leben einzuhauchen. Fans und Monstertrainer konnten nun selbst in der echten Welt mit ihren Smartphones und Tablets Pokemon in der virtuellen Realität finden, fangen und trainieren. Der Hype war riesig – überall sah man Alt und Jung gebannt auf ihr Smartphone starrend durch die Gegend wandern. Dabei legten sie teilweise viele hundert Kilometer zurück. Einige Zocker berichteten gar davon, dass Pokemon Go ihr Leben viel besser und gesünder gemacht habe. Und das nicht nur auf die physische Gesundheit bezogen, sondern auch auf die geistige. Viele Spieler fühlten sich in einem gemeinsamen Hobby vereint – man traf sich, fand sich zu sozialen Gruppen zusammen, hatte Spaß und machte gemeinsam Jagd auf die bunten, kleinen Wesen. Freunde fanden sich, freundschaftliche (und leider manchmal auch weniger freundschaftliche) Rivalitäten zwischen verschiedenen Teams entstanden.

Spieler finden sich am Maschteich in Hannover zum gemeinsamen Zocken zusammen

Und all das, obwohl der Launch des Spiels alles andere als reibungslos ablief. Server-Ausfälle und Lags waren an der Tagesordnung, die Auswahl der verfügbaren Pokémon war klein und eintönig, das Gameplay in sich eher wenig abwechslungsreich. Hinzu kamen unschöne "Kleinigkeiten" wie Cheater, die die GPS-Funktionalität des Spiels per Hack austricksten und mit Tools am PC spielten. Sich häufende Unfälle wegen Unaufmerksamkeit im Straßenverkehr und sogar Banden, die Pokemon-Jäger an Pokéstops und anderen interessanten Locations ausraubten sorgten für Unmut. Von heutzutage wohl fast üblichen Datenschutz-Problemen ganz zu schweigen. Holprig beschreibt das Go für Pokemon Go wohl recht treffend. So sah es damals aus:

Mittlerweile ist der Hype wieder etwas abgeflaut. Dennoch ist das Spiel von AR-Spiele-Spezialist Niantic weiterhin beliebt, von den Entwicklern mit regelmäßigen Updates gepflegt und mit 750 Millionen App-Downloads sowie 65 Millionen aktiven Spielern mehr als erfolgreich. Anfang Juli 2017 steht nun das einjährige Jubiläum des Releases an, das von Nintendo, Niantic und Co. mit einem In-Game-Event und auch den ersten offiziellen Pokemon-Go-Events in der realen Welt begehen.

Vom 13. bis 20. Juni lief zeitig zur Sommer-Sonnenwende das Feuer- und Eis-Event innerhalb des Spiels. Im Zuge dessen waren Pokémon der besagten Typen häufiger anzutreffen. Darüber hinaus durften Spieler zusätzliche Erfahrungspunkte-Boni genießen, wenn sie besonders glücklich oder geschickt ihre Pokebälle warfen. Außerdem musste man während der Event-Zeit wesentlich weniger Pokémünzen – die Währung für In-App-Käufe – für Glücks-Eier ausgeben. Durch diese erhält man im Spiel für jeweils 30 Minuten doppelt so viele Erfahrungspunkte.

So soll das Pokemon Go Fest in etwa aussehen

Wie es sich für ein Spiel gehört, das Realität und Virtualität verschmelzen lässt, wird Pokemon Go von seinen Machern auch in der echten Welt gefeiert. Und zwar unter anderem am 22. Juli 2017 in Chicago, Illinois, USA. Die Pokémon Go Fest genannte, mittlerweile bereits ausverkaufte Zelebration findet im Grant Park statt und soll Besuchern neben diversen Festivitäten und Unterhaltungsangeboten natürlich vor allem eins bieten: Gelegenheit zum gemeinsamen Zocken und Pokémon-Fangen. So finden sich während des Festes Pokémon, die es dort vorher noch nie zu sehen und fangen gab – und das in erhöhter Zahl, um den Pokédex schneller zu füllen. Dazu kommen Gelegenheiten, bei denen man mit seinen Mit-Trainern zusammen auf fast schon wortwörtliche Großwild-Jagd gehen kann. Das dürfte im Einklang einer der neusten Spielfunktionen stehen – dazu aber später mehr. Hinzu kommen nette „Kleinigkeiten“ wie Foto-Sessions mit Pokemon-Maskottchen und Team-spezifische Lounges, in denen man mit seinen Kollegen der drei großen Teams – Intuition, Wagemut und Weisheit – abhängen kann. In-Game gibt‘s dazu noch spezielle PokeStops als Teil einer Event-spezifischen Jagd-Route sowie besondere Medaillen und andere Items.

Wer nicht den langen Weg nach Chicago auf sich nehmen möchte, kann glücklicherweise auch in Deutschland feiern. Niantic arbeitet mit der Unibail-Rodamco-Einkaufcenter-Kette zusammen. So kann man etwa bereits am 30. Juni in den Pasing-Arcaden in München oder am 01. Juli im CentrO Oberhausen den ersten Geburtstag von Pokemon Go feiern. Auch hier laufen verschiedene In-Game- und Echt-Welt-Events wie Foto-Sessions und dauerhaft aktive Lockmodule für die virtuellen Monster.

Schauen wir uns an, was sich denn nun seit Release vor einem Jahr – in Deutschland am 13. Juli – bei Pokemon Go so getan hat. Nach dem, wie angesprochen, holprigen Release der Apps sorgte vor allem der Hype dafür, dass hunderte oder tausende Spieler allerorten auf Monsterjagd gingen. Dass das Spiel noch in den Kinderschuhen steckte, war da zweitrangig. Dann folgte jedoch nur zwei Wochen später ein erstes, größeres Update – und zog einen Shitstorm nach sich. Die beliebte Tracking-Funktion war entfernt worden, die vorher noch anzeigte in welcher Entfernung sich geortete Minimonster befanden. Diese aufzuspüren war nun wesentlich schwieriger. Niantic reagierte mit einer öffentlichen Erklärung und Quasi-Entschuldigung und versprach, eine alternative Tracking-Methode mit späteren Updates wieder einzuführen.

Je mehr Fußspuren, desto weiter war das Pokemon entfernt - diese Anzeige gibt's mittlerweile nicht mehr

Der Ansturm und Hype der AR-App war so groß, das manche Spieler ihre eigene Umwelt zunehmend aus den Augen verloren. Da Augen auf Bildschirmen klebten, häuften sich Unfälle – besonders im Straßenverkehr. Niantic sorgte mit einem Update dafür, dass bestimmte Funktionen bei Pokémon Go nicht mehr funktionierten, sobald man sich schneller als eine gewisse Geschwindigkeit bewegte. Möchte man heute sicherstellen, dass die zurückgelegte Distanz für alle Funktionen gezählt wird, sollte man nicht schneller als zehn Kilometer pro Stunde unterwegs sein. Das sollte einerseits die Unfallgefahr reduzieren (da Spieler etwa im Auto oder auf dem Fahrrad zockten). Andererseits verwehrt es Fahrzeug-Besitzern einen unfairen Vorteil, die etwa Pokemon-Eier wesentlich schneller ausbrüten konnten. Zusätzlich muss man dem Spiel versichern, dass man nicht am Steuer eines Fahrzeugs sitzt – sonst kann man nicht zocken. Eine freundliche Erinnerung und gleichzeitig natürlich ein praktischer Weg für Niantic, um sich rechtlich abzusichern.

Drei Monate nach Release schaltete Niantic das Pokémon Go Plus genannte, mobile Zubehör-Gadget frei, das dato bereits erhältlich war – wahlweise mit Armband. Die kleinen Bluetooth-Geräte erlauben die Bedienung einiger Grundfunktionen der App, ohne dass Nutzer dafür das Handy auspacken müssen. Zusätzlich hielten die sogenannten Kumpel-Pokemon Einzug ins Spiel. Seitdem kann man sich nun eins seiner Taschenmonster als ständigen Begleiter an die eigene Seite und später auf die eigene Schulter setzen – virtuell, versteht sich. Die Kumpel suchen unterwegs für den Spieler nach Bonbons und finden alle paar Kilometer eins davon. Den Süßkram kann man dann an die eigenen Pokemon verfüttern, um diese Level aufsteigen zu lassen und letztendlich weiter zu entwickeln.

Mit dem Dezember-Update kam dann endlich ein neues Tracking-Feature ins Spiel. Der Nearby-Tracker funktioniert nur in der Nähe von PokeStops und zeigt an, welche Pokemon sich in deren Nähe befinden. Hat man also ein begehrtes Monsterchen auf dem Radar, sollte man sich fix in Richtung des PokéStops bewegen in dessen Nähe es angezeigt wird. Nearby rief gemischte Reaktionen in der Community hervor. Spieler in der Stadt feiern sie – solche auf dem Land oder in dünner besiedelten Gebieten meckern. PokéStops liegen dank AR meist an Sehenswürdigkeiten, Gebäuden, Geschäften und anderen Points of Interest. Von denen gibt‘s auf dem Lande natürlich wesentlich weniger – da wird sie Pokémon-Jagd zur Frust-Tour, wenn man keine Anzeige mehr hat, wo man suchen soll. Da funktioniert dann nur die Sightings-Funktion. Die zeigt zwar an, welche Pokemon in der Umgebung sind – liefert aber keinen Hinweis, wo.

Die Nearby- und Sightings-Anzeige gibt nun Aufschluss über Minimonster in der Nähe - funktioniert in der Stadt jedoch viel besser als auf dem Land

Zu Weihnachten 2016 durften iOS-Monsterjäger mit ihrer Apple Watch ausziehen. Dank Unterstützung für die Smartwatch kann man nun auch am Handgelenk verschiedene Funktionen von Pokemon Go im Auge behalten und steuern ohne auf‘s iPhone schauen zu müssen. Auf Android-Wear-Unterstützung wird weiter gewartet - die Gerüchteküche brodelt. Februar 2017 brachte eine neue Software-Version des Spiels – und mit ihr 80 neue Minimonster. Erstmals konnten auch Pokemon der zweiten Generation – also aus den Pokemon-Editionen Gold und Silber – gefangen werden. Einige davon lassen sich sogar mit speziellen Items aus Pokemon der ersten Generation heraus entwickeln.

Pünktlich zum einjährigen Jubiläum bekam das AR-Abenteuer das bisher größte Update. Auf den heiß erwarteten Versus-Modus, bei dem Spieler ihre eigenen Teams gegen einander antreten lassen können – quasi das Herzstück der originalen Pokemon-Games – gilt es weiterhin zu warten. Angekündigt wurde das Feature allerdings bereits. Dafür wurden nun unter anderem die Arenen überarbeitet, sodass nun sechs verschiedene Monster, die alle unterschiedlich sein müssen, die Location verteidigen können. Pokémon, die man zur Verteidigung einer eroberten Arena einsetzt verlieren nun außerdem nach und nach ihre Motivation. Besucht man sie nicht regelmäßig, kehren sie bei niedriger Motivation nach verlorenen Kämpfen nun direkt zum Spieler zurück und lassen die Arena unverteidigt.

Außerdem gewinnt man nun – auch in klassischer Pokemon-Manier – Orden, wenn man eine Arena erobert. Diese dienen als Souvenirs, lassen sich aufleveln und bringen auf höheren Stufen Boni und Extra-Items. Teil des Updates war allerdings auch, dass Arenen für einen kurzen Zeitraum komplett deaktiviert und in Zuge dessen auch noch gänzlich leer geräumt wurden. Diese sind nach der Reaktivierung dann also wieder fair game für alle und müssen von Grund auf neu besetzt werden. Hinzu kommen sogenannte Raid-Kämpfe, bei dem man sich nun in Kooperation mit anderen Spielern besonders mächtiger Pokémon annehmen kann und muss, um diese einfangen zu können. Nicht nur auf den angesetzten Echtwelt-Events sollte das für Anlass sorgen, sich wieder mit Freunden und Co-Trainer zusammen zu tun.

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